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FIA WEC: WM-Tabellenführer setzen Tagesbestzeit im Porsche 919 Hybrid

Timo Bernhard:

18.11.2016 (Speed-Magazin.de) Die Spannung vor dem Finale der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC steigt. Der erste Trainingstag in Bahrain verlief fuer das Porsche Team mit den beiden 919 Hybrid sehr positiv. Die Tabellenfuehrer Romain Dumas (FR), Neel Jani (CH) und Marc Lieb (DE) waren in beiden 90-Minuten-Sitzungen Trainingsschnellste. Die Tagesbestzeit fuhr Jani in 1.39,817 Minuten. Sie liegt nur um acht Hundertstelsekunden ueber der Pole-Zeit des Vorjahres – obwohl der Porsche 919 Hybrid 2016 per Reglement acht Prozent weniger Energie pro Runde verbrauchen darf. Die noch amtierenden Weltmeister Timo Bernhard (DE), Brendon Hartley (NZ) und Mark Webber (AU) belegten auf dem 5,412 Kilometer langen Formel-1-Kurs am Persischen Golf die Plaetze fünf und zwei. Die schnellste Runde innerhalb dieses Trios fuhr Hartley in 1.40,272 Minuten. 

Für Dumas/Jani/Lieb geht es am Samstag um die Fahrer-Weltmeisterschaft. Sie haben 17 Punkte Vorsprung auf den bestplatzierten Toyota. Platz fünf im Sechsstundenrennen würde dem Porsche-Trio auch dann zum Titelgewinn reichen, wenn der Toyota mit der Startnummer 6 das Saisonfinale gewinnen und am Freitag den einen Punkt für die Poleposition holen würde. Zuverlässigkeit hat in Bahrain oberste Priorität für das Porsche Team. Die Wetterbedingungen sollten konstant bleiben mit Lufttemperaturen von rund 30 Grad Celsius bei Tag und rund 25 bei Nacht. Sowohl das Qualifying als auch der weitaus größte Teil des Rennens finden bei Dunkelheit statt. Den Weltmeistertitel für Hersteller hatte sich Porsche bereits beim zurückliegenden Lauf in Shanghai im zweiten Jahr in Folge gesichert

© Porsche | Zoom
Teamchef Andreas Seidl fasst zusammen: „Guter Auftakt für uns hier in Bahrain. Es war wichtig, dass beide Autos die heutigen Trainingssitzungen problemlos absolvieren – das hat funktioniert. Daher konnten wir unser Programm wie geplant abarbeiten. Wir haben heute sowohl das Qualifying simuliert als auch die Reifen über längere Distanzen getestet. Über eine Runde betrachtet waren beide 919 sehr schnell, bei den Long-Runs ging es zwischen uns und der Konkurrenz ziemlich eng zu. Jetzt analysieren wir die vielen Daten von heute. Beide Fahrercrews sind mit ihren 919 Hybrid schon ganz zufrieden, trotzdem werden wir versuchen, über Nacht mit der Fahrzeugabstimmung noch einen Schritt nach vorne machen.“

Das Qualifying der LMP1-Fahrzeuge findet am Freitag von 17:30 bis 17:50 Uhr Ortszeit (15:30 bis 15.50 Uhr MEZ) statt. Das Sechsstundenrennen startet am Samstag um 16:00 Uhr (14:00 MEZ).

Stimmen vom ersten Trainingstag:

Fahrer Porsche 919 Hybrid Startnummer 1
Timo Bernhard (35, Bruchmühlbach-Miesau): „Die Strecke war von Anfang an in bemerkenswert gutem Zustand und längst nicht so sandig, wie wir das schon erlebt haben. Für uns lief alles nach Plan. Im ersten Training haben wir konzentriert Abstimmungsarbeit betrieben, im zweiten sind Brendon und ich zu Anfang eine Qualifying-Simulation gefahren. Dabei hatte ich eine freie Runde, das hat uns gute Informationen für morgen gegeben. Anschließend haben wir weiter an der Rennabstimmung gearbeitet.“

© Porsche | Zoom
Brendon Hartley (27, Neuseeland): „Es war ein guter Start ins Rennwochenende. Im ersten freien Training haben wir einige Veränderungen am Auto vorgenommen, die sich alle als positiv erwiesen. Später sind Timo und ich unsere fünf Pflichtrunden bei Dunkelheit gefahren und haben die Qualifying-Situation mit neuen Reifen simuliert, ehe Mark für längere Stints übernommen hat.“

Mark Webber (40, Australien): „Im ersten Training haben wir nur einen Satz Reifen verwendet. Das ist normal, und es lief alles problemlos. Wir haben viele Informationen für das Rennen gesammelt, ein paar Veränderungen vorgenommen und das Auto für das zweite Training verbessert. Aber wir haben noch Arbeit vor uns und auch Ideen, wie wir uns noch weiter steigern können.“

Fahrer Porsche 919 Hybrid Startnummer 2
Romain Dumas (38, Frankreich): „Wir hatten einen völlig problemlosen ersten Tag, und das ist natürlich sehr gut für uns. Bei den zurückliegenden Rennen hatten wir weniger Glück zum Auftakt. Das Auto ist schön zu fahren, mein Long-Run war recht gut, wir arbeiten bereits an Details. Das ist alles sehr positiv.“

Neel Jani (32, Schweiz): „Ich hatte im ersten Training ein kleines Problem mit der Tür, aber ansonsten lief es gut. Die Strecke ist diesmal ziemlich sauber, deshalb waren die Rundenzeiten sofort recht gut. Die Qualifying-Simulation sind wir im zweiten Training gefahren, denn das morgige Abschlusstraining findet ebenfalls nach Sonnenuntergang statt. Meine Runde war okay, aber es gibt sicher noch Verbesserungspotenzial. Anschließend haben wir wieder auf die Rennabstimmung umgebaut. Wir wollen über die Distanz ein konstant hohes Niveau halten.“

Marc Lieb (36, Ludwigsburg): „Wir hatten einen guten Auftakt hier. Das erste Training entsprach von den Temperaturen her praktisch dem Start am Samstag, im zweiten Training bei Dunkelheit waren die Bedingungen eher repräsentativ für das weitere Rennen. Grundsätzlich ist der Reifenverschleiß hier relativ hoch. Im zweiten Training sind wir eine Qualifying-Simulation gefahren und haben die fünf Pflichtrunden bei Nacht absolviert. Das Auto war recht gut. Meine Runde war nicht perfekt, aber immerhin meine erste, auf der ich nicht in Verkehr geriet.“


Porsche / DW


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