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FIA WEC: Stefan Mücke beendet Saisonfinale auf dem fünften Platz

Tolle Aufholjagd für den Ford Chip Ganassi Team UK-Piloten im letzten Saisonrennen

21.11.2017 (Speed-Magazin.de) Zum großen Saisonfinale der FIA World Endurance Championship ging es für Stefan Mücke und sein Ford Chip Ganassi Team UK vergangenes Wochenende nach Bahrain. Zahllose Fans reisten zum großen Event an den Bahrain International Circuit und erlebten grandiose Rennaction. 

Mittendrin im Geschehen Stefan Mücke und sein Teamkollege Olivier Pla. Die beiden Piloten waren in der hart umkämpften LMGTE Pro-Klasse von der ersten Session an bei der Musik. Mücke saß im ersten Qualifying-Abschnitt hinter dem Steuer. Im Kampf um jede Tausendstelsekunde ging der Berliner volles Risiko, das sich beinahe bezahlt gemacht hätte. Seine Bestzeit hätte für einen Startplatz in der ersten Reihe gereicht. Stattdessen entschieden wenige Zentimeter abseits der Streckenbegrenzung darüber, dass die beiden Rundenzeiten gestrichen werden mussten. Das bittere Ergebnis: Mücke und Pla mussten deswegen das Rennen vom allerletzten Startplatz in Angriff nehmen.

Die Aufholjagd verlief vielversprechend. Mücke, der den ersten Stint übernahm, machte im ersten Rennabschnitt mehrere Positionen gut. Doch wie auch schon am Wochenende in China, beansprucht der Asphalt in Bahrain die Reifen enorm. Dem Kampf nach vorn musste das Fahrerduo demnach am Schluss seinen Tribut zollen. Die Reifen bauten im letzten Rennabschnitt ab und ließen eine bessere Platzierung als Rang fünf nicht zu.

Fünf Fragen an Stefan Mücke

Stefan, Platz fünf bei den 6 Stunden von Bahrain. Wie zufrieden bist du mit dem Saisonabschluss?

"Mit einer besseren Ausgangslage wäre ein Platz unter den besten Drei möglich gewesen."
© Ford Chip Ganassi Racing | Zoom
Wir haben uns im Vorfeld natürlich etwas mehr erhofft. In Anbetracht der Pace, die wir an den Tag gelegt haben, wäre wesentlich mehr möglich gewesen. Wir waren bei den Rundenzeiten bei der Musik, haben uns von ganz hinten im Feld nach vorn gekämpft und waren zeitweise sogar auf Podiumskurs. Die Aufholjagd erforderte eine aggressivere Herangehensweise, worunter im letzten Rennabschnitt die Reifen litten. Mit einer besseren Ausgangslage wäre ein Platz unter den besten Drei durchaus möglich gewesen.

Du sprichst die schwierige Ausgangslage an. Wie kam es dazu?
Der Knackpunkt war das erste Qualifying. Ich saß hinter dem Steuer und habe in den beiden gezeiteten Runden alles aus dem Ford GT herausgeholt. Dass man dann auch mal die Track Limits überfährt, kann durchaus passieren, wenn man so sehr pusht. Das ist mir leider in beiden Runden passiert. Ärgerlich ist, dass es sich dabei um wenige Zentimeter gehandelt hat. Meine schnellste Runde hätte für einen Startplatz in der ersten Reihe gereicht. In der WEC wird aus der schnellsten Runde beider Piloten das Mittel errechnet, anhand dessen sich die Startposition ergibt. Das bedeutete für uns unter dem Strich den letzten Startplatz, weil mir beide Runden aberkannt wurden.

Dennoch habt ihr den Kopf nicht in den Sand gesteckt und aus der Not eine Tugend gemacht...
Den Kopf in den Sand stecken wir ohnehin niemals. Ich habe in meinem ersten Doppelstint eine Menge Boden gut gemacht und bereits den ersten direkten Konkurrenten in der LMGTE Pro-Klasse überholt. Bevor Olivier das Steuer übernahm, habe ich zudem den Rückstand
Rennpech verhindert Platzierung unter den besten Drei
Rennpech verhindert Platzierung unter den besten Drei
© Ford Chip Ganassi Racing | Zoom
auf den ersten Aston Martin vor uns minimiert. Im weiteren Rennverlauf haben wir uns auf den dritten Platz nach vorne gekämpft, allerdings hat uns eine Full-Course-Yellow-Phase einen Strich durch die Rechnung gemacht. Denn in dieser Runde kam unser Schwesterauto, das noch Chancen auf den Meisterschaftsgewinn hatte, an die Box. Als wir eine Runde später an der Reihe waren, war das Rennen längst wieder freigegeben. Dadurch haben wir eine Menge Zeit verloren. Mit der Reifenproblematik am Schluss war mehr als der fünfte Platz nicht drin.

Welches der 15 Rennwochenenden 2017 würdest du als dein persönliches Highlight bezeichnen?
Was das reine Ergebnis angeht, war der dritte Platz bei den 6 Stunden von Spa natürlich das Saisonhighlight. Das war von uns als Team eine Mega-Leistung, auf die ich mächtig stolz bin. Ansonsten hatte aber jedes einzelne Rennen seine Höhepunkte: Klasse Racing, tolle Zweikämpfe, spannende Stints. Als Vollblut-Rennfahrer sitze ich einfach unglaublich gerne hinter dem Steuer, selbst, wenn es mal nicht so gut läuft.

Gibt es für die kommende Saison bereits Pläne?
Ja, es gibt bereits konkrete Pläne. Ich werde auch kommendes Jahr in der WEC mit Ford Chip Ganassi Racing Team UK an den Start gehen - ebenfalls mit Olivier Pla als Teamkollegen. Ich fühle mich im Team pudelwohl und sehe keinen Grund, etwas daran zu ändern. Wir wurden dieses Jahr leider oftmals unter Wert geschlagen, sowohl in der WEC als auch im ADAC GT Masters. Die Pace war vorhanden und bei Rennen ohne technische Probleme waren wir auch vorne mit dabei. Auf jeden Fall haben wir dieses Jahr einiges an Pech gehabt. Unser Karma-Konto ist demnach deutlich im Plus für die kommende Saison.


Mücke Motorsport / ND


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