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FIA WEC: Porsche GT Team greift in Texas nach Führung in der Weltmeisterschaft

12.09.2017 (Speed-Magazin.de) Auf dem Circuit of the Americas in Austin geht der Titelkampf in der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC am 16. September in die sechste Runde. Das Porsche GT Team setzt auf der 5,513 Kilometer langen Formel-1-Rennstrecke zwei neu entwickelte 911 RSR ein. Mit den 510 PS starken Rennwagen aus Weissach will das Team in Texas nicht nur den ersten Saisonsieg in der WEC holen, sondern als aktueller Zweiter auch die Führung in der Fahrer- und Teamwertung erobern. Wegen der Anpassungsregel „Balance of Performance“, die Fahrzeuge mit verschiedenen Konzepten auf dasselbe Performanceniveau bringen und dadurch für Chancengleichheit unter den Startern sorgen soll, wird die Klasse GTE-Pro auch in Austin wieder besonders hart umkämpft sein. In der Klasse GTE-Am ist das Porsche-Kundenteam Dempsey Proton Racing als Spitzenreiter der FIA Endurance Trophy mit einem 911 RSR des Modelljahres 2015 am Start.

Das Rennen
In Austin dreht sich vieles um Autorennen – und noch mehr um Musik: In keiner anderen Stadt der USA findet sich eine so große Dichte an Clubs und Bars mit Livemusik. Die am Colorado River gelegenen Hauptstadt von Texas ist jung, dynamisch und durch seine Studenten geprägt – allein an der University of Texas sind es über 50.000. Der Circuit of the Americas wurde für die Formel 1 gebaut und 2012 eröffnet. In den vergangenen zwei Jahren holte Porsche auf dieser abwechslungsreichen und anspruchsvollen Strecke zwei GT-Doppelsiege: 2015 in der WEC, 2016 in der amerikanischen IMSA SportsCar Championship.

Die Porsche-Fahrer

Porsche 911 RSR (86), Gulf Racing: Michael Wainwright, Nick Foster, Ben Barker
Porsche 911 RSR (86), Gulf Racing: Michael Wainwright, Nick Foster, Ben Barker
© Porsche | Zoom
Auch in Austin sind für das Porsche GT Team vier Werksfahrer im Einsatz. Richard Lietz (Österreich) und Frédéric Makowiecki (Frankreich), die zuletzt in Mexiko-Stadt Dritter wurden und sich in der GT-Weltmeisterschaft dadurch auf den zweiten Platz verbessert haben, wechseln sich im Cockpit des 911 RSR mit der Startnummer 91 ab. Ihre Teamkollegen Michael Christensen (Dänemark) und Kévin Estre (Frankreich) teilen sich in der Klasse GTE-Pro den zweiten neuen 911 RSR mit Startnummer 92. In der Klasse GTE-Am bringen erfolgreiche Porsche-Kundenteams zwei 911 RSR des Modelljahres 2015 an den Start: Dempsey Proton Racing setzt die Startnummer 77 für Porsche Young Professional Matteo Cairoli (Italien) sowie Christian Ried (Schönebürg) und Marvin Dienst (Lampertheim) ein. Das Trio hat in dieser Saison auf dem Nürburgring und in Mexiko-Stadt gewonnen und führt aktuell das Gesamtklassement der FIA Endurance Trophy an. Mit der Startnummer 86 gehen die Briten Ben Barker und Michael Wainwright sowie Nick Foster (Australien), die Drittplatzierten von Mexiko, für Gulf Racing ins Rennen.

Der Porsche 911 RSR
Der Porsche 911 RSR ist eine komplette Neuentwicklung von Porsche Motorsport auf Basis des Hochleistungssportwagens 911 GT3 RS: Fahrwerk, Karosseriestruktur, Aerodynamikkonzept, Motor und Getriebe wurden in Weissach für diese Saison von Grund auf neu konstruiert. Der vor die Hinterachse gerückte Motor leistet je nach Restriktorgröße rund 375 kW (510 PS). Dank des großen Heckdiffusors in Kombination mit dem hängend angebundenen Heckflügel konnten das Abtriebsniveau und die aerodynamische Effizienz signifikant verbessert werden. Seinen ersten Sieg holte der neue RSR am 22. Juli beim Rennen der amerikanischen IMSA SportsCar Championship in Lime Rock.

Die Zeiten
Das Sechsstundenrennen in Austin startet am Samstag, 16. September, um 12.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MESZ). Sport 1 steigt ab 21.30 Uhr in die Liveübertragung ein. Das komplette Rennen gibt es ab 18.30 Uhr als kostenlosen Livestream auf www.sport1.de. Im Pay-TV ist das Rennen von 18.45 bis 01.15 Uhr live bei Motorsport.TV zu sehen. Eurosport sendet von 18.50 bis 22.55 Uhr sowie von 23.30 bis 01.15 Uhr live. Die in der Basisversion kostenlose FIA WEC App bietet gegen Gebühr das komplette Rennen als Livestream plus aktueller Zeitnahme.

Stimmen vor dem Rennen
Dr. Frank-Steffen Walliser, Leiter Motorsport und GT-Fahrzeuge: „In Mexiko-Stadt sind wir mit einem dritten Platz erfolgreich in die zweite Saisonhälfte der WEC gestartet. Darauf wollen wir in Austin aufbauen und über die Zuverlässigkeit unseres neuen 911 RSR sowie eine perfekte Fahrer- und Teamleistung ein weiteres Topergebnis holen. Damit würden wir auch den Titelkampf in der Weltmeisterschaft weiter offen und spannend halten. Auf dem anspruchsvollen Circuit of the Americas war Porsche in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich. Diese Tradition wollen wir fortsetzen.“

Porsche 911 RSR (77), Dempsey Proton Racing : Christian Ried, Marvin Dienst, Matteo Cairoli
Porsche 911 RSR (77), Dempsey Proton Racing : Christian Ried, Marvin Dienst, Matteo Cairoli
© Porsche | Zoom
Marco Ujhasi, Gesamtprojektleiter GT Werksmotorsport: „Der Circuit of the Americas ist eine sehr abwechslungsreiche Rennstrecke. Da gibt es langsame Kurven und schnelle Kurven, was die Suche nach dem perfekten Setup entsprechend schwierig macht. Bei den zu erwartenden hohen Temperaturen spielen auch die Reifen eine wichtige Rolle. Ich hoffe, dass wir das freie Training optimal nutzen können und dann mit einem perfekt vorbereiteten und abgestimmten 911 RSR am Start stehen.“

Richard Lietz (911 RSR #91): „Ich fahre sehr gerne Rennen in den USA. Vor allem Austin ist eine sehr interessante Strecke, auf der wir in den vergangenen Jahren ja auch schon einige Erfolge gefeiert haben. Ich hoffe, dass wir an diese Tradition anknüpfen und mit dem neuen 911 RSR gegen die starke Konkurrenz unseren ersten WEC-Sieg holen können.“
Frédéric Makowiecki (911 RSR #91): „Ich freue mich darauf, wieder einmal in den USA zu fahren. Austin ist eine tolle Strecke. In den vergangenen Jahren erfolgte der Start am späten Nachmittag und wir sind in die Nacht hineingefahren. Diesmal fahren wir das ganze Rennen bei Tag. Ich denke aber, wir werden auch mit den veränderten Bedingungen gut zurechtkommen und mindestens genauso konkurrenzfähig sein wie zuletzt in Mexiko.“
Michael Christensen (911 RSR #92): „In den USA zu fahren, macht immer sehr viel Spaß. Das gilt besonders für Austin. Auf dieser Strecke wechseln sehr schnelle Sektionen mit harten Bremszonen. Dazu kommen sehr unterschiedliche Kurven. Langweilig wird es da nie. Wir kennen den neuen 911 RSR inzwischen sehr viel besser, und auch im Team wurden die Abläufe weiter optimiert. Ich hoffe, dass wir dieses Potenzial in Austin ausschöpfen können.“

Kévin Estre (911 RSR #92): „Auf dieses Rennen freue ich mich schon das ganze Jahr. Austin ist eine fantastische Stadt, in der man sehr viel unternehmen kann, und der Circuit of the Americas ist eine der interessantesten Strecken im Kalender. Ich hoffe, dass wir ein gutes Setup finden. Dann sollten wir mit unserem 911 RSR an der Spitze mitfahren können. Auf jeden Fall wird das ein spannendes Rennen.“

Matteo Cairoli (911 RSR #77): „An Austin habe ich aus meiner Zeit im Porsche Mobil 1 Supercup gute und schlechte Erinnerungen. 2015 habe ich als Neuling auf dieser tollen Strecke den Rookie-Titel gewonnen, 2016 habe ich dort wegen eines Defekts den Gesamtsieg verloren. Jetzt freue ich mich auf den Start mit dem 911 RSR. Der dritte Saisonsieg in der GTE-Am-Klasse nach Nürburgring und Mexiko wäre toll.“

Die Balance of Performance (BoP)

Porsche GT Team: Richard Lietz, Frederic Makowiecki (l-r)
Porsche GT Team: Richard Lietz, Frederic Makowiecki (l-r)
© Porsche | Zoom
Die Anpassungsregel „Balance of Performance“ wird in der Klasse GTE-Pro der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC angewendet. Sie wurde von der FIA mit dem Ziel eingeführt, die verschiedenen Fahrzeugkonzepte auf dasselbe Performanceniveau zu bringen und dadurch für ausgeglichene und faire Rennen zu sorgen. Es sollte keinen grundsätzlichen Unterschied machen, ob ein Fahrzeug von einem Turbo- oder Saugmotor angetrieben wird, ob der Motor auf der Vorderachse verbaut ist oder vor der Hinterachse. Auch die aerodynamische Grundform der Fahrzeuge sollte keine rennentscheidende Rolle spielen. Nachdem die FIA zuvor schon eine erste Einstufung vorgenommen hat, werden zur Anpassung der „Balance of Performance“ bei den Rennen über die Telemetrie die Performancedaten der Fahrzeuge erfasst – nicht nur Rundenzeiten, sondern beispielsweise auch Beschleunigungsprofile und Motoreinstellungen. Diese Daten werden analysiert und fließen automatisch in die „Balance of Performance“ ein. Das am häufigsten eingesetzte Mittel zur Anpassung des Performanceniveaus ist die Zu- oder Ausladung von Gewicht. Entscheidend für den Erfolg auf der Rennstrecke soll nach dem Willen der Reglementverantwortlichen nicht mehr das individuelle Potenzial eines Fahrzeugs sein, sondern Faktoren wie etwa die Leistung der Fahrer, die Rennstrategie, ein perfektes Setup oder die Arbeit des Teams bei den Boxenstopps.

Die Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC
In der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC (World Endurance Championship) starten Sportprototypen und GT-Fahrzeuge in vier Klassen: LMP1 (z.B. Porsche 919 Hybrid), LMP2, LMGTE-Pro (z.B. 911 RSR) und LMGTE-Am (z.B. 911 RSR Modelljahr 2015). Sie fahren gemeinsam in einem Rennen, werden aber getrennt gewertet.


Porsche / RB


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