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FIA WEC: Erstes Rennen für neuen Porsche 911 RSR in Asien

Porsche 911 RSR (91), Porsche GT Team: Richard Lietz, Frederic Makowiecki

09.10.2017 (Speed-Magazin.de) Mit zwei Porsche 911 RSR startet das Porsche GT Team am 15. Oktober auf dem Fuji Speedway in Japan zum siebten Saisonrennen der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC. Der 510 PS starke Rennwagen wurde von Porsche Motorsport in Weissach für die Saison 2017 komplett neu entwickelt und trifft auf der Traditionsrennstrecke am Fuße des Mount Fuji in der Klasse GTE-Pro auf so starke Konkurrenten wie Aston Martin, Ferrari und Ford. Der Kampf um die Weltmeisterschaft, bei dem Porsche mit Richard Lietz (Österreich) und Frédéric Makowiecki (Frankreich) als Zweite der Fahrerwertung aussichtsreich im Titelrennen liegt, ist in dieser Kategorie besonders eng. Dafür sorgt die Anpassungsregel Balance of Performance, die Fahrzeuge unterschiedlicher Konzepte auf dasselbe Performanceniveau bringen und damit für ausgeglichene und entsprechend enge Rennen sorgen soll. Nicht weniger spannend ist der Titelkampf in der Klasse GTE-Am. Die Porsche-Kundenteams Dempsey Proton Racing und Gulf Racing setzen in dieser Kategorie mit Erfolg zwei 911 RSR des Modelljahres 2015 ein. 

Das Rennen
Auf dem Fuji Speedway haben Sportwagenrennen eine große Tradition. Die Fans im Land der aufgehenden Sonne sind ein fachkundiges und vor allem begeisterungsfähiges Publikum. Die anspruchsvolle Rennstrecke, auf der viele Jahre auch die Formel 1 zu Gast war, hat 16 Kurven und liegt landschaftlich reizvoll in Omaya vor der Postkartenkulisse des Mount Fuji. Schon bei den legendären 1000-Kilometer-Rennen in den 1980er Jahren feierte Porsche in Fuji große Sportwagenerfolge.

Die Porsche-Fahrer

Porsche 911 RSR (77), Dempsey Proton Racing : Christian Ried, Marvin Dienst, Matteo Cairoli
Porsche 911 RSR (77), Dempsey Proton Racing : Christian Ried, Marvin Dienst, Matteo Cairoli
© Porsche | Zoom
Das Porsche GT Team will in Fuji mit dem Einsatz von vier Werksfahrern seine Titelchancen wahren. Dabei wechseln sich Richard Lietz und Frédéric Makowiecki im 911 RSR mit der Startnummer 91 ab. Ihre Teamkollegen Michael Christensen (Dänemark) und Kévin Estre (Frankreich), die zuletzt in Austin als Zweite ihr bisher bestes Saisonergebnis eingefahren haben, treten im 911 RSR mit der Startnummer 92 an. In der Klasse GTE-Am sind zwei Porsche-Kundenteams mit dem 911 RSR des Modelljahres 2015 am Start: Für Dempsey Proton Racing (Startnummer 77) fahren Porsche Young Professional Matteo Cairoli (Italien) sowie Christian Ried (Schönebürg) und Marvin Dienst (Lampertheim). Nach Siegen auf dem Nürburgring und in Mexiko-Stadt sind sie aktuell Zweite in der FIA Endurance Trophy. Die Briten Ben Barker und Michael Wainwright teilen sich mit Nick Foster (Australien) den 911 RSR von Gulf Racing.

Der Porsche 911 RSR
Der Porsche 911 RSR ist eine komplette Neuentwicklung von Porsche Motorsport auf Basis des Hochleistungssportwagens 911 GT3 RS: Fahrwerk, Karosseriestruktur, Aerodynamikkonzept, Motor und Getriebe wurden in Weissach für diese Saison von Grund auf neu konstruiert. Der vor die Hinterachse gerückte Motor leistet je nach Restriktorgröße rund 375 kW (510 PS). Dank des großen Heckdiffusors in Kombination mit dem hängend angebundenen Heckflügel konnten das Abtriebsniveau und die aerodynamische Effizienz signifikant verbessert werden. Seinen ersten Sieg holte er am 22. Juli beim Rennen der amerikanischen IMSA SportsCar Championship in Lime Rock.

Die Zeiten
Das Sechsstundenrennen in Fuji startet am Sonntag, 15. September, um 11.00 Uhr Ortszeit (04.00 Uhr MESZ). Sport 1 überträgt von 06.00 bis 08.00 Uhr live und liefert gegen 10.30 Uhr den Zieleinlauf nach. In voller Länge live ist das Rennen von 03.30 bis 10.30 Uhr als kostenloser Livestream auf www.sport1.de zu sehen, ebenso im Pay-TV bei Motorsport.TV von 03.45 bis 10.15 Uhr. Eurosport zeigt ab 09.00 Uhr die letzte Rennstunde live. Die in der Basisversion kostenlose FIA WEC App bietet gegen Gebühr das komplette Rennen als Livestream plus aktueller Zeitnahme.

Stimmen vor dem Rennen

Porsche GT Team: Kevin Estre, Michael Christensen (l-r)
Porsche GT Team: Kevin Estre, Michael Christensen (l-r)
© Porsche | Zoom
Dr. Frank-Steffen Walliser, Leiter Motorsport und GT-Fahrzeuge: „Nach der starken Teamleistung in Austin und dem mit einer sensationellen Aufholjagd erkämpften zweiten Platz sind wir für Fuji sehr zuversichtlich. In Japan wollen wir auf dieser starken Performance aufbauen und beim ersten Rennen unseres neuen 911 RSR in Asien ein weiteres Topresultat holen. Damit könnten wir unsere gute Ausgangsposition im spannenden Kampf um die Weltmeisterschaft vor den beiden letzten Rennen in Shanghai und Bahrain weiter verbessern.“

Marco Ujhasi, Gesamtprojektleiter GT-Werksmotorsport: „In Fuji ist es wichtig, nach dem Start auf der langen Geraden einen guten Speed zu haben und das Auto bis zur ersten Kurve auf Betriebstemperatur zu bringen, damit Reifen und Bremse voll da sind. Auf dieser sehr schön gelegenen Strecke ist man vor keiner Überraschung sicher, vor allem was das Wetter angeht. Wir müssen da auf alles vorbereitet sein.“

Richard Lietz (911 RSR #91): „Fuji ist eines der Rennen, das ich am liebsten fahre. Das liegt nicht nur an der tollen Strecke, sondern auch an der Faszination dieses Landes. Ich liebe Japan. In Fuji haben wir in den letzten Jahren viele enge Rennen erlebt. Ich hoffe, dass wir nach unserem Pech in Austin diesmal wieder um ein Podium kämpfen können.“

Frédéric Makowiecki (911 RSR #91): „Dieses Rennen bedeutet sehr viel für mich. Ich bin viele Jahre in der japanischen GT-Meisterschaft gefahren und habe immer noch sehr viele Freunde und Fans dort. Japan ist so etwas wie meine zweite Heimat. Für uns ist es wichtig, dass wir im Kampf um die Weltmeisterschaft auch in Fuji möglichst viele Punkte holen. Ich bin gespannt, wie wir mit unserem neuen 911 RSR auf dieser schwierigen Strecke zurechtkommen.“

Michael Christensen (911 RSR #92): „Ich freue mich auf die Rückkehr nach Japan. Ein faszinierendes Land. Fuji ist eine sehr anspruchsvolle Strecke, die dazu noch richtig Spaß macht. Die Rennen dort sind meistens sehr spannend. Nach unserem zweiten Platz in Austin kann ich es kaum erwarten, wieder in den 911 RSR zu steigen. Ich hoffe, dass wir dort eine mindestens genauso gute Performance zeigen können.“

Porsche 911 RSR (86), Gulf Racing: Michael Wainwright, Nick Foster, Ben Barker
Porsche 911 RSR (86), Gulf Racing: Michael Wainwright, Nick Foster, Ben Barker
© Porsche | Zoom
Kévin Estre (911 RSR #92): „Für mich ist es mein erstes Rennen in Japan. Ein neues Land und eine neue Rennstrecke kennenzulernen, ist immer eine interessante Erfahrung. Natürlich kenne ich die Fotos mit dem Mount Fuji im Hintergrund, von meinen Teamkollegen habe ich aber auch gehört, dass die Strecke ihre Tücken hat. Wir werden hart dafür arbeiten, damit unser 911 RSR dort sein volles Potenzial zeigen kann.“

Matteo Cairoli (911 RSR #77): „Fuji ist eine neue Strecke für mich. Ich kenne sie bisher nur vom Simulator, bin aber zuversichtlich, dass sie uns gut liegen wird. Ich freue mich auf mein erstes Rennen in Japan und hoffe, dass wir nach unserem Pech in Austin mit einem Topergebnis die Führung in der FIA Endurance Trophy zurückholen können.“

Die Balance of Performance (BoP)
Die Anpassungsregel Balance of Performance wird in der Klasse GTE-Pro der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC angewendet. Sie wurde von der FIA mit dem Ziel eingeführt, die verschiedenen Fahrzeugkonzepte auf dasselbe Performanceniveau zu bringen und dadurch für ausgeglichene und faire Rennen zu sorgen. Es sollte keinen grundsätzlichen Unterschied machen, ob ein Fahrzeug von einem Turbo- oder Saugmotor angetrieben wird, ob der Motor auf der Vorderachse verbaut ist oder vor der Hinterachse. Auch die aerodynamische Grundform der Fahrzeuge sollte keine rennentscheidende Rolle spielen. Nachdem die FIA zuvor schon eine erste Einstufung vorgenommen hat, werden zur Anpassung der Balance of Performance bei den Rennen über die Telemetrie die Performancedaten der Fahrzeuge erfasst – nicht nur Rundenzeiten, sondern beispielsweise auch Beschleunigungsprofile und Motoreinstellungen. Diese Daten werden analysiert und fließen automatisch in die Balance of Performance ein. Das am häufigsten eingesetzte Mittel zur Anpassung des Performanceniveaus ist die Zu- oder Ausladung von Gewicht. Entscheidend für den Erfolg auf der Rennstrecke soll nach dem Willen der Reglementverantwortlichen nicht mehr das individuelle Potenzial eines Fahrzeugs sein, sondern Faktoren wie etwa die Leistung der Fahrer, die Rennstrategie, ein perfektes Setup oder die Arbeit des Teams bei den Boxenstopps.


Porsche / RB


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