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Formel 3 Unfall: Sophia Flörsch im Interview über Macau Crash

Ich dachte: ′Woher wissen die denn von dem Unfall?′

17.12.2018 (Speed-Magazin.de) Der schwere Unfall von Sophia Flörsch beim Formel-3-Weltfinale in Macau sorgte für weltweite Aufmerksamkeit - und hinterließ viele offene Fragen. 

Über das Unfall-Video:

Sophia Flörsch: Ich habe ein paar Tage gebraucht, weil ich komplett unter Schmerzmitteln stand. Das Video habe ich erst am Freitag nach meinem Unfall angeschaut, also fünf Tage später. Abgeschlossen habe ich inzwischen mit dem Unfall, weil ich einfach glücklich bin, dass ich alles bewegen und so schnell mit der Reha anfangen kann. Die Ärzte sagen, dass ich Millionen Schutzengel hatte. Sie sind guter Dinge, dass ich Ende Februar, Anfang März wieder so fit bin, dass ich Rennauto fahren kann.

Über die verletzten Streckenposten und Fotografen:

Sophia Flörsch: Ich wusste zuerst überhaupt nicht, dass sich bei dem Unfall weitere Menschen verletzt haben. Das habe ich erst später am Abend erfahren, als mein Papa mir sagte, dass alle anderen auch leben. Ich bin in Tränen ausgebrochen. Ich glaube, das wäre für mich das Schlimmste gewesen, wenn bei dem Unfall anderen Menschen etwas sehr Schlimmes passiert wäre.

Über ein mögliches Karriereende:

Sophia Flörsch: So deutlich hat das niemand zu mir gesagt, nein. Natürlich gab es Fragen, ob ich weitermache und wie mein Plan aussieht. Ich habe immer offen geantwortet, dass ich weitermachen will und mich nicht von einem Unfall unterkriegen lasse. Die meisten verstehen das auch. Ich meine, ich mache den Sport seit 13 Jahren, das ist mein Leben und ich will in die Formel 1 kommen. Den Traum wegen so einem Unfall aufzugeben, macht für mich keinen Sinn.

Über ihren Schutzengel:

Sophia Flörsch: Ich sage immer: ´Meine Oma hat mich dahingeschoben aus dem Himmel´. Meine Oma ist mein Schutzengel. Als ich früher Kart gefahren bin, hat meine Oma immer gesagt, dass das viel zu gefährlich sei und ich diesen Sport nicht machen dürfe. Und jetzt hat sie von da oben weiter ein Auge auf mich.

Über die große Aufmerksamkeit in aller Welt:

Sophia Flörsch: Der Unfall war ja um 15:30 Uhr Ortszeit und mein Handy habe ich erst abends um 20:30 Uhr bekommen. Ich hatte hunderte Nachrichten auf WhatsApp und plötzlich 155.000 Follower statt 38.000 auf Instagram. Ich dachte: Was ist denn jetzt los?! Ich habe den Unfall ja ganz anders miterlebt. Dass der so schlimm aussah und solche Auswirklungen hatte, wusste ich in dem Moment einfach nicht. Ich konnte mit der ganzen Situation überhaupt nichts anfangen, ich hatte den Unfall ja nicht gesehen. Ich habe auch überhaupt nicht verstanden, wieso mir selbst meine Lehrer geschrieben haben. Ich dachte: ´Woher wissen die denn von dem Unfall?´ Ich bin selbst heute noch nicht durch mit all den Nachrichten aus aller Welt, weil es so viele waren. Dass mir Rennfahrer wie Fernando Alonso geschrieben haben, habe ich erst am Freitag, Samstag, Sonntag nach der OP mal angeschaut.


Motorsport-Magazin.com / DW


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