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Formel 3 Euro Serie: Pascal Wehrlein „Ich lasse mich nicht stoppen!“

Wehrlein:

03.07.2012 (Speed-Magazin) Formel-3-Shootingstar Pascal Wehrlein zieht Bilanz über sein verrücktes Wochenende am Norisring – eine Achterbahnfahrt der Gefühle zwischen Euphorie und Enttäuschung. Auch wenn es sich in der Ergebnisliste nicht restlos niederschlug – der 17-jährige Pascal Wehrlein (Mücke Motorsport) war der Mann der Stunde auf der Nürnberger High-Speed-Strecke Norisring, wo am vergangenen Wochenende die Rennen der Formel-3-Euroserie und der FIA-Formel-3-Europameisterschaft ausgetragen wurden. 



F3EURO: Formel 3 Euro Series - Norisring
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Der Förderpilot der Post Speed Academy und des ADAC setzte bereits im Qualifying am Samstag früh ein glanzvolles Ausrufezeichen. Mit einer perfekten Runde und einer taktischen Meisterleistung holte er sich in der vorletzten Runde seine erste Pole Position in der Formel 3. „Ich hatte den richtigen Instinkt auf eine Runde mit wenig Verkehr zu warten, aber natürlich gehört auch etwas Glück dazu“, blieb Wehrlein bescheiden.

Im 1. Rennen hatte Pascal dann nicht nur kein Glück, sondern richtig viel Pech, als der von allen guten Geistern verlassene Prema-Power-Pilot Daniel Juncadella den führenden Wehrlein in einem Kamikaze-Manöver im Finish von der Strecke rempelte. „Ich hätte das Rennen mit Sicherheit gewonnen“, ärgerte sich Pascal über Juncadella, der offensichtlich mit dem Druck nicht zurecht kommt und anschließend auch noch mit seinem ebenfalls schuldlosen Teamkollegen Raffaele Marciello kollidierte.

Dass Juncadella von der Rennkommission disqualifiziert wurde, ist für Wehrlein nur ein schwacher Trost: „Es bringt mir nichts, wenn andere disqualifizeirt werden, wenn sie vorher mein Rennen kaputt machen. Das war eine total übertriebene Aktion. Und dann kommen noch Kommentare, er sei im Recht gewesen. Jeder hat gesehen, was passiert ist. Da fehlt mir auch der Respekt vor den Konkurrenten. Aber ich lasse mich dadurch nicht stoppen“, spricht Wehrlein Klartext. Noch dazu musste Pascal, der beim Unfall aus einem Meter Höhe auf den Asphalt geknallt war, zum Physiotherapeuten um seine daraus resultierenden Rückenprobleme behandeln zu lassen.

Formel-3-Shootingstar Wehrlein auf P3 am Samstag
Formel-3-Shootingstar Wehrlein auf P3 am Samstag
© F3 ES | Zoom
Im Sprintrennen am Samstag hatte Wehrlein dann viel Glück, dass sein Mercedes-Dallara nicht den Geist aufgab, als ihm Landsmann Sven Müller unmotiviert ins Heck donnerte – Pascal konnte dennoch 10 Punkte für seinen 3. Podestplatz der Saison einfahren.

Nicht viel anders erging es Wehrlein am Sonntag – William Buller drehte das von der Pole gestartete Supertalent von der Strecke und kassierte für sein Blackout eine Durchfahrtsstrafe. Wieder nichts mit dem greifbar nahen ersten Triumph in der Formel 3.

Wer glaubt, dass sich die Fahrer für ihre fahrlässigen Attacken bei Wehrlein wenigstens entschuldigten, liegt falsch: Kein Wort des Bedauerns, der Fairplay-Gedanke wurde mit Füßen getreten. Sogar Ex-Formel-1-Star und Beobachter Gerhard Berger schüttelte verwundert den Kopf.

Trotz der ärgerlichen Umstände zieht Wehrlein aber eine positive Bilanz: „Ich muss mich beim Team bedanken, dass ich jetzt ein siegfähiges Auto zur Verfügung habe. Wir haben im Vergleich zu Hockenheim riesige Sprünge gemacht.“ Auch Teamboss Peter Mücke lobte seinen Rookie: „Pascal hat sich eindrucksvoll entwickelt und wird in der 2. Saisonhälfte sogar um die Meisterschaft mitfahren.“
„Die Meisterschaft ist offen, 30 Punkte Rückstand sind nicht sehr viel. Aber ich mache mir da keinen Kopf, sondern denke nur von Rennen zu Rennen. Meine Ungeduld ist halt schon sehr groß – der erste Sieg wird aber kommen, da bin ich fest davon überzeugt“, bekräftigt Wehrlein.

Dass er gegen die besten Formel-3-Piloten der Welt, immerhin waren ja auch die Topfahrer aus der britischen Serie am Start, eine derart gute Figur gemacht hat und vom Speed her sogar der Schnellste war, gibt Pascal jedenfalls riesigen Auftrieb für die nächsten Rennen. „Mein Team hat großartig gearbeitet und meinen mehrfach beschädigten Wagen immer wieder optimal hinbekommen. Jetzt will ich mich endlich mit dem ersten Sieg bedanken.“

Das kann er in zwei Wochen beim Einladungsklassiker in Zandvoort (13.-15. Juli) nachholen. „Beim Masters geht’s zwar nicht um Punkte, aber um enorm viel Prestige. Dass ich die Strecke noch nicht kenne, ist kein Nachteil. In der Formel 3 geht es darum auf jedem Kurs schnell zu lernen. Ich freue mich auf die Duelle mit den schnellsten Formel-3-Fahrern aus den verschiedenen Serien.“


SMS Sports / D. Dukes

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