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2017: FIA arbeitet an Finanzierbarkeit und Chancengleichheit in der FIA Formel-3-Europameisterschaft

FIA arbeitet an Finanzierbarkeit und Chancengleichheit in der FIA Formel-3-Europameisterschaft

05.09.2016 (Speed-Magazin) Im kürzlich veröffentlichten technischen Reglement der FIA Formel-3-Europameisterschaft für die Saison 2017 wurden zahlreiche Regeländerungen für den Bereich Chassis integriert. Der FIA World Motor Sport Council hat die Homologation des gegenwärtig verwendeten Chassis um weitere zwei Jahre verlängert, so dass die aktuellen Fahrzeuge bis Ende 2019 eingesetzt werden können. Das führt zur Kostenreduzierung, da die Teams nicht in neue Autos investieren müssen und auch in den nächsten drei Jahren noch mit den aktuellen Chassis an den Start gehen können.



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Parallel zur Verlängerung der Homologationszeit hat die FIA Verbesserungen im Sicherheitsbereich des Chassis eingeführt. Diese garantieren, dass trotz der verlängerten Lebensdauer des Chassis, die Einhaltung der üblichen Sicherheitsstandards gewährleistet ist. Gleichzeitig wurden die Regeln für aerodynamische Anbauteile am Auto modifiziert. Die geänderten Regeln schreiben nun unter anderem vor, dass ab 2017 die von außen sichtbaren Karosserieteile des Autos genauso angebracht werden müssen, wie sie der Chassishersteller entworfen hat.

Ab 2017 dürfen aufgrund der neuen Regelung bestehende Teile nicht geändert werden. Auch dürfen am Auto keine zusätzlichen Teile angebaut werden, um einen aerodynamischen Vorteil zu erreichen. Kostspielige Windtunneltests sind daher nicht länger erforderlich. Die gleichen Regeln gelten für die Entwicklung von Lufthutzen zur Kühlung der Bremsen. Auch hier sind Änderungen während des erwähnten Zeitraums untersagt; nur die beim Chassishersteller verfügbaren Teile dürfen verwendet werden.

Das geänderte technische Reglement im Bereich Chassis sichert die gleiche Ausgangsbasis für alle Teams mit Bezug auf aerodynamische Entwicklung und eventuelle Vorteile finanzkräftigerer Mannschaften werden wesentlich reduziert. Diese Maßnahme, mit dem Ziel, Chancengleichheit zwischen großen, kleinen, erfahrenen und neuen Teams herzustellen, bedeutet, dass das Entwicklungsbudget der Teams erheblich reduziert werden kann, ohne einen negativen Effekt auf die Attraktivität der Rennserie zu haben.

Während unnötig teure aerodynamische Entwicklung nun verboten ist, können die Fahrer aber weiterhin an den Autos arbeiten und ihre Fähigkeiten bei der Abstimmung verbessern. Damit wird garantiert, dass ein wesentliches Merkmal der Formel 3 erhalten bleibt.

Stefano Domenicali, Präsident der FIA Single-Seater Commission, ist davon überzeugt, dass die Änderungen des Reglements in den kommenden Jahren eine positive Auswirkung auf die Finanzierbarkeit und Chancengleichheit haben werden. „Die allgemeine wirtschaftliche Situation im Formelsport macht es für uns notwendig, den Stellenwert der Meisterschaft für Fahrer und Teams weiter zu verbessern. Wir glauben, dass mit den neuen Änderungen im technischen Reglement ein wichtiger Schritt gemacht wurde, um die Kosten der Teilnahme an der FIA-Formel-3-Europameisterschaft zu senken, während gleichzeitig die Chancengleichheit verbessert wird. Alle Teams haben am Anfang der kommenden Saison die gleiche Ausgangslage. Der Trend, den wir bereits in diesem Jahr in der Meisterschaft gesehen haben, dass jedes Team Rennen gewinnen kann, sollte sich fortsetzen. Wir wollen das hohe Niveau und die Professionalität der bestehenden Teams beibehalten, gleichzeitig aber auch für neue Teams die Tür zum Einstieg in die Serie öffnen. Es sollte keinen Unterschied machen, für welches Team ein Fahrer an den Start geht; jeder sollte die Chance haben, Rennen zu gewinnen und um den Titel zu kämpfen.“


J. Cramer / FIA F3


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