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E-Mobility ADAC Test mit Nissan Leaf: Dauertest mit 100.000 gefahrenen Kilometern

Der Leaf benötigte im alltäglichen Einsatz wenig Aufmerksamkeit

10.08.2019 (Speed-Magazin.de / ADAC Dauertest e-Fahrzeuge) Nissan Leaf: 100.000 km - Nach Abschluss des Dauertests mit 100.000 gefahrenen Kilometern lässt sich über den Leaf von 2012 sagen - Er funktioniert zuverlässig. Es gab keine Probleme, bis auf wenige Kleinigkeiten, die bei einem fast sechs Jahre dauernden Test nicht ungewöhnlich sind und vor denen auch Verbrenner nicht verschont bleiben. Ansonsten brachte der Leaf seine Fahrgäste immer zuverlässig ans Ziel, auch wenn er schon mal mit leerer Batterie dort ankam.

Batterie und Reichweite

Die Batteriekapazität des Leaf nahm über den Testzeitraum ab. Beim abschließenden Test zeigte sich, dass die Reichweite von 119 km beim Neufahrzeug auf 90 km beim 100.184 km gefahrenen Leaf gesunken ist. Das entspricht einem Rückgang um 24,5 Prozent. Von den 12 Segmenten der Kapazitätsanzeige im Display waren nach Testende noch 10 sichtbar. Damit hielt das Fahrzeug dennoch die Garantiezusage ein, innerhalb von 5 Jahren oder 100.000 km nicht unter 9 Segmente zu fallen.

Wartungen und Reparaturen

Der Leaf benötigte im alltäglichen Einsatz wenig Aufmerksamkeit, aber er musste natürlich regelmäßig geladen werden: Über 1.930 Mal wurde er über das mitgelieferte Mode2-Ladekabel („Schuko“-Stecker), über eine AC-Wallbox oder mittels CHAdeMO Stecker teil- oder vollgeladen. Die übrigen Wartungsaktivitäten (z.B. Reifen, Bremsenkontrolle, etc.) sind vergleichbar mit denen eines Verbrennungsfahrzeugs.

Da bis auf Kleinigkeiten keine nennenswerten Reparaturen nötig waren und die Kosten für Wartung bei einem Elektroauto deutlich niedriger sind als bei einem vergleichbaren Verbrennerfahrzeug (kein Ölwechsel, Filterwechsel, Zündkerzen, Zahnriemen etc.), waren die Wartungskosten insgesamt sehr niedrig. Auch der Reifenverschleiß blieb im normalen Rahmen. Die HU-Plakette erhielt der Leaf 2015 und 2017 ohne Beanstandung.

Alle Defekte, Auffälligkeiten und Werkstattaufenthalte

38.087 km: Motorkontrollleuchte leuchtete auf, zwei Fehler wurden ausgelesen, gelöscht und traten nie wieder auf
40.017 km: Achsmanschette nach Marderbiss erneuert
59.782 km: Roststelle an der Motorhaube (innen) entfernt
62.239 km: an kalten Wintertagen vereinzelt reduzierte Rekuperation, keine Ursache festgestellt
72.393 km: defekte 12V-Starterbatterie gegen neue original-Nissan Batterie getauscht
78.000 km Hebel zum Entriegeln der Ladeklappe gebrochen
79.365 km: ESP-Eingriffe ohne erkennbaren Grund, Drehwinkelsensor getauscht
83.572 km: insbesondere bei niedrigen Temperaturen reduzierte Rekuperation. Der Fehler trat sporadisch, mit fortgeschrittener Laufleistung jedoch vermehrt auf, Ursache wurde nicht gefunden
Ausblick

Vergleicht man den sechs Jahre alten Nissan Leaf mit neueren Fahrzeugentwicklungen, stellt man fest, dass sich am Antrieb nicht viel geändert hat. Der 2012er Leaf fährt problemlos und hat ausreichend Kraft. Verbessert hat sich bei neueren Fahrzeugen die Heizung. Neuere Modelle bieten zudem oft individuell einstellbare Rekuperationsmöglichkeiten vom „Segeln“ bis zum „One-Pedal-Feeling“. Auch die Batteriekapazität und damit die Reichweite werden zunehmend größer und die Fahrzeuge müssen dadurch weniger häufig geladen werden. Verändert hat sich auch die AC-Ladeleistung, damit verkürzt sich die Ladezeit. Kann der 2012er Nissan Leaf mit max. 3,7 kW geladen werden, so lädt der Leaf II schon mit bis zu 6,6 kW.


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