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VIDEO Die DTM am Nürburgring: Bruchpiloten mit Schutzengel

In diesem Jahr schreibt die DTM vom 8. bis 10. September ein weiteres Kapitel Nürburgring-Geschichte

30.08.2017 (Speed-Magazin.de) In den 80er- und 90er-Jahren gehörte das „Anlehnen“ und „Anklopfen“ in der DTM zu beinahe jedem Überholvorgang dazu. Die rustikalen Autos waren kaum kaputtzukriegen. Entsprechend gnadenlos und beinhart duellierten sich die Piloten. Tür an Tür wurden die Positionskämpfe ausgetragen. „Motorsport is dangerous", stand damals schon auf den Eintrittskarten und Akkreditierungen. Das hatte seinen Grund. Einer dieser Momente, in denen den Zuschauern der Atem stockte, ereignete sich am 30. April 1989 beim sechsten Lauf der DTM auf der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings. Es war wohl einer der heftigsten Crashs in der Geschichte der Tourenwagenserie.

Klaus Ludwig klebte am Heck von Leader Steve Soper. In der Bergauf-Passage hinter der Dunlop-Kehre plante „König Ludwig“ die Attacke auf den Briten. Doch das Ganze endete in einem brutalen Unfall. Der schwarze AMG-Mercedes mit der Startnummer eins drehte sich, rutschte über die Wiese und kam auf die Strecke zurück. Entgegen der Fahrtrichtung blieb er stehen. Ludwig sah das Feld machtlos auf sich zukommen. Es war klar, jetzt passiert etwas Schreckliches. Die ersten Fahrer passieren das unbewegliche Hindernis. Armin Hahne kann nicht ausweichen. Er prallt mit seinem Ford Sierra Cosworth mit 180 Sachen frontal in das Auto Ludwigs. Der Ford krümmt sich beim Aufprall wie eine Banane. Die Unfallstelle war voller herumfliegender Teile. Rund um die Strecke herrschte minutenlang gespenstische Stille.

„Als ich Hahne auf mich zukommen sah, dachte ich, das war es. Jetzt hast du es hinter dir“, gab Ludwig später seinen ersten Gedanken preis. Der gebürtige Bonner konnte sich geschockt, aber unverletzt befreien. Seine Schutzengel hatten Überstunden geschoben. Hahne hatte etwas weniger Glück, er war eingeklemmt in das Wrack, hatte das rechte Bein zertrümmert und den linken Arm gebrochen. „Plötzlich war eine schwarze Wand vor mir“, erinnerte er sich. Hahne lag zwei Tage auf der Intensivstation. Vier Monate später stieg er allerdings schon wieder in ein Rennauto. Der Horror-Unfall gehört am Ende trotz der Verletzungen zur Kategorie „Glück im Unglück“.

In diesem Jahr schreibt die DTM vom 8. bis 10. September ein weiteres Kapitel Nürburgring-Geschichte. Und auch wenn „nur“ die Kurzanbindung des Grand-Prix-Kurs befahren wird, dürfen sich die Fans auf packende DTM-Action freuen.


DTM / RB


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