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DTM vor dem aus? Welche Alternativen gibt es?

Schwere Zeiten für ITR Chef Gerhard Berger und Marketing Chef Walter Mertes

26.07.2017 (Speed-Magazin.de) Nach der überraschenden Meldung über das aus von Mercedes in der DTM herrscht Schockzustand bei den beteiligten Parteien. 

Audi Sportchef Dieter Gass: „Wir bedauern die Entscheidung von Mercedes. Die Konsequenzen für Audi und die DTM sind adhoc nicht absehbar. Für Audi ist das Engagement im internationalen Tourenwagen-Sport ein wichtiger Teil der Motorsport-Strategie. Es gilt die Situation mit allen Beteiligten zu analysieren, Lösungen zu finden und etwaige Alternativen zur DTM zu bewerten.“ Ein Bekenntnis zur DTM ist das nicht!

Jens Marquardt, BMW Motorsportdirektor:
„Mit großem Bedauern nehmen wir zur Kenntnis, das Mercedes sein Engagement in der DTM einstellen wird. Diese neue Situation werden wir nun bewerten.“

Die ITR hat sich bisher mit einem kurzen Statement dazu geäußert: „Die ITR als Trägerorganisation und Vermarkter der DTM bedauert den Schritt von Mercedes. Wir müssen die Entscheidung sportlich fair respektieren. Die DTM ist eine der bedeutendsten TourenwagenSerien der Welt. Mercedes hat den Ausstieg mit weitem Vorlauf zum Saisonende 2018 angekündigt. Damit bleibt der ITR Zeit, die Situation zu analysieren und ein tragfähiges Konzept für die Zukunft aufzusetzen.“

Die DTM Fahrzeuge sind reine Prototypen
Die DTM Fahrzeuge sind reine Prototypen
© Speedpictures | Zoom
Die DTM in der jetzigen Form wird so nicht weiterbestehen können. Wäre es nicht jetzt der richtige Zeitpunkt eine Neuorientierung vorzunehmen? Sich nur auf auf die Werke zu konzentrieren ging schon mit dem Untergang der DTM/ITC 1996 in die Hose. Der Neubeginn 2000 fuhr auf der gleichen Schiene. Nach dem Rückzug von Opel 2005 siechte die DTM mit Audi und Mercedes dahin bis BMW 2012 dazukam. Nun war wieder alles nur noch Premium und die Selbstbeweiräucherung stieg in ungeahnte Höhen! Man bedachte jedoch nicht, oder ignorierte es, das die Werke ihre Einsätze nur als Marketing betrachten um ihre Produkte an den Mann/Frau zu bringen. Und wenn dann ein Engagement in der DTM nicht mehr zur Marketingstrategie passt, wird riguros der Stecker gezogen. Da haben alle Beteuerungen die vorher gegeben wurden, man steht zur DTM auf einmal keine Bedeutung mehr, Aus-Punkt-Basta!

Weder Dieter Gass von Audi, noch Jens Marquardt von BMW bekennen sich derzeit zur DTM
Weder Dieter Gass von Audi, noch Jens Marquardt von BMW bekennen sich derzeit zur DTM
© Speedpictures | Zoom
Im Sinne des Motorsports ist es zu wünschen das nun ein Reglement geschaffen wird das es auch Privatteams ermöglicht, erfolgreich in der DTM starten zu können. Man muss wieder mehr Bezug zum Serienmodell haben. Die verkappten Prototypen der jetzigen DTM-Fahrzeuge haben mit Tourenwagen nichts zu tun. Es fehlt jedwede Beziehung zum Serienfahrzeug. Können Sie einen A5 mit Heckantrieb kaufen? Der Tourenwagen-Fan will harte Zweikämpfe auf der Strecke sehen wo ein Kontakt nicht zum zerbröseln der Karbon Karosse führt. Es braucht auch keinen Klappflügel der die Rennen künstlich spannender gestalten soll. Ist es nicht besser Back to the Roots? Ein technisch einfacheres Reglement senkt die Kosten und wird dadurch mehr Starter in die Serie bringen. Für Gerhard Berger, den ich persönlich sehr schätze, geht nun die Arbeit erst richtig los. Er hat erkannt das die DTM auf einem falschen Weg war mit Performance Gewichten, strategischen Spielchen etc. Man kann es ihm, der ITR und DMSB nur wünschen mit Augenmaß an die neue Situation heranzugehen und im Sinne des Sports und der Fans zu handeln. Eine rein auf Werks Einsätze gestaltete DTM wird auch in der dritten Generation keine Chance haben.


Horst Bernhardt / JM


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