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DTM Spielberg Analyse: Ein Thema für Mathias Lauda

30.09.2017 (Speed-Magazin.de) Mathias Lauda kennt sich aus in der DTM. Von 2006 bis 2009 absolvierte der 36-Jährige dort insgesamt 41 Starts für die Teams von Persson und Mücke als Mercedes-Pilot. Seit 2015 fährt der Sohn des dreimaligen Formel-1-Weltmeisters Niki Lauda in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft einen Aston Martin Vantage GTE zusammen mit Pedro Lamy und Paul Dalla Lana. Beim Wochenende in Spielberg war der Österreicher für Servus TV als Experte tätig. DTM.com hat Lauda zu seinen Eindrücken von den Rennen am Red Bull Ring interviewt.

Wie hast Du die Rennen in Spielberg persönlich erlebt?
„Es war schön mal wieder bei der DTM zu sein. Das letzte Mal war ewig her. Das war 2009, als ich noch selber gefahren bin. Ich konnte einen Haufen alter Freunde und Teamkollegen sehen. Die Rennen waren spannend und gut. Das Rennen am Sonntag war etwas aufregender als das vom Vortag. Das ist aber normal. Am Sonntag gehen die Fahrer immer mehr Risiko ein. Am Samstag probieren alle erstmal Punkte einzufahren. Sonntags geben sie mehr Gas. Ich habe mich gefreut, dass die DTM in Österreich fährt. Alles war sehr positiv.“

Was hat sich in der DTM seit deinem letzten Besuch 2009 geändert?
„Wenn ich ehrlich bin, nicht viel. Es gibt einen dritten Hersteller. Das gab es zu meiner Zeit nicht. Die Hälfte der Fahrer sind noch dieselben. Die Rennen und die Autos sind ähnlich. Die Rundenzeiten sind besser geworden. Im Großen und Ganzen ist es das gleiche, wie ich es von früher in Erinnerung hatte.“

Dennoch gab es ja auch Änderungen und Neuerungen…
„Den Beschluss mit den kalten Reifen losfahren zu müssen, finde ich gut. Für die Fahrer ist es anspruchsvoller. Die erste Runde ist für die Fahrer damit irrsinnig schwierig. Da gibt es gute Zweikämpfe. Da ist der Fahrer wirklich gefragt. Er darf keinen Fehler machen, er muss aber gleichzeitig auch sofort auf Speed sein. Das ist sicher nicht einfach. Gut fand ich auch, dass die Zusatzgewichte aus den Autos entfernt worden sind. In einer Meisterschaft wie der DTM für Profirennfahrer und Werke sollte das beste Auto mit dem besten Fahrer gewinnen. In der Vergangenheit war das mit den Gewichten schwer zu durchschauen.“

Hast Du zu bestimmten DTM-Fahrern noch einen besonderen Draht?
„Mit Bruno Spengler habe ich eine gute Freundschaft. Ich freue mich immer, ihn zu sehen. Wir sind dieses Jahr bei den 24 Stunden von Daytona auch schon ein Rennen zusammen gefahren. Wir haben einen guten Kontakt, genauso habe ich den auch zu Maro Engel. Er war früher mein Teamkollege bei Mücke. Auch Jamie Green kenne ich noch gut aus meiner Zeit bei Mercedes.“

Stichwort Jamie Green, er war zweifelsohne der Pechvogel des Wochenendes…
„Das war wirklich extrem hart. Ich habe ihn nach dem Rennen noch kurz gesehen, und ihm gesagt, dass es mir wirklich leid tut. Der arme Kerl war auch in der Vergangenheit zum Anfang einer Saison ganz klar immer einer, der um den Titel fährt. Es sah immer danach aus. Es ist bitter, dass er nun etwas hinter Ekström in den Punkterängen war und dass Audi entschieden hatte, auf einen Fahrer zu setzen und sie die Plätze tauschen mussten. So ist DTM. Das wird man immer sehen. Die Werke denken zunächst einmal an die Meisterschaft und danach an die Fahrer. Das muss man auch verstehen. Das weiß der Jamie aber auch. Deswegen ist es in der DTM extrem wichtig, in der ersten Hälfte möglichst viele Punkte einzusammeln.“

Dein Landsmann Lucas Auer hatte sich bei den Heimrennen sicher auch mehr ausgerechnet…
„Seine Performance war generell gut. Er hat eine Top-Saison hingelegt. Darauf kann er stolz sein. Dass es für Mercedes am Red Bull Ring nicht so gut lief, ist nicht seine Schuld. Die Dominanz war auf Seiten der Audi. Am Nürburgring sah die Sache noch ganz anders aus. Die DTM ist extrem eng. Im zweiten Rennen hat das Qualifying nicht geklappt. Wenn man weiter hinten starten muss, kommt man halt in den Verkehr rein. Da können solche Ausfälle passieren.“

Ist die Entscheidung im Titelrennen schon zugunsten von Mattias Ekström gefallen?
„Ich glaube, die Entscheidung ist schon in Richtung Audi gefallen. Die kann keiner mehr schlagen. Da müsste schon sehr viel schiefgehen. Normalerweise ist Mattias der Favorit, er hat ja auch die Rückendeckung im eigenen Haus. Ich hoffe dennoch, dass Audi René, Mattias und Jamie einfach fahren lässt. Es wird vieles in Hockenheim vom Qualifying abhängen. Wenn Mattias weit vorne steht, wird es schwierig, ihm den Titelgewinn noch zu nehmen. Wenn aber René auf Pole fährt und Mattias Verkehr im Qualifying hat, oder er bekommt die Runde nicht hin, dann kann sich das Blatt schnell wenden. Ich glaube, es wird noch spannend in Hockenheim und wir sehen ein schönes Finale.“


DTM / JM

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