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DTM: Robert Wickens wechselt von Mercedes-AMG in die IndyCar-Serie

Am Nürburgring schloss sich der Kreis

20.12.2017 (Speed-Magazin.de) Nach sechs Jahren, 84 Rennen und sechs Siegen hat Robert Wickens die DTM verlassen. Der Kanadier wechselt von Mercedes-AMG in die IndyCar-Serie. Im Gespräch mit DTM blickt der 28-Jährige zurück auf ein halbes Dutzend ereignisreiche Jahre in der populären Tourenwagenserie. Wickens nennt seinen besonderen Moment in all der Zeit und er erzählt, was und wen er am meisten in der DTM vermissen wird.

Mit ein paar Wochen Abstand nach deinem Abschied von der DTM, wie groß ist die Wehmut?
Natürlich ist mir der Abschied nicht leichtgefallen. Ich bin hin- und hergerissen. Auf der einen Seite freue ich mich auf die neue Herausforderung in der Indycar-Serie, auf der anderen Seite hatte ich so viele schöne Momente in den sechs Jahren in der DTM. Es ist immer schwer, eine derartige Entscheidung in deiner Karriere zu treffen. Aber nachdem Mercedes verkündet hat, dass für sie in der DTM nach dem Jahr 2018 Schluss ist, war für mich der richtige Zeitpunkt gekommen zu gehen.

Was war der besondere Moment für Dich in den sechs Jahren DTM?
Da gab es mehrere. Du arbeitest jedes Wochenende mit so vielen Menschen zusammen, die alle nur ein Ziel haben: wettbewerbsfähig zu sein und Erfolg zu haben. Die Zeit, die ich mit meinem Team verbracht habe, war generell schön. Oder auch die Abende nach einem Sieg. Den besten Moment hatte ich dieses Jahr. Mein Sieg am Nürburgring war speziell für mich. Nach meinem Saisonverlauf dachte ich schon, ich würde 2017 kein Rennen gewinnen können. Meine Freundin hat das Rennen live gesehen. Und ich finde es cool, dass mein erster Sieg in der DTM im Jahr 2013 und mein letzter Sieg in der DTM auf der selben Rennstrecke stattfanden.

Gab es in deiner Zeit in der DTM auch eine lustige Begebenheit?

© DTM | Zoom
Grundsätzlich macht mit den richtigen Leuten alles Spaß. 2013, beim Rennen in Brands Hatch, wurde ich aus meiner Box plötzlich in Richtung Siegerpodest beordert. Aufgrund einer Zeitstrafe gegen Gary Paffett wurde ich als Dritter gewertet. Es war zwar der erste Podestplatz in meiner DTM-Karriere, aber ich hatte wirklich eine schlechte Frisur an dem Tag.

Wirst Du Gary Paffett am meisten vermissen?
Da hat sich wirklich eine sehr gute Freundschaft entwickelt. Wir sind zwar keine Teamkollegen mehr, aber wir telefonieren mehrmals die Woche. Ich werde es vermissen, mit ihm zusammenarbeiten und das Auto zu verbessern. Er ist ein sehr guter Fahrer, da stimmte die Chemie absolut zwischen uns.

Du bist jetzt 28 Jahre alt, was haben Dir die sechs Jahre in der DTM in deiner Entwicklung als Fahrer und Mensch gebracht?
Als ich in der DTM angefangen habe, war ich jung und selbstbewusst. Ich wollte Rennen und Meisterschaften gewinnen. Aber das wollten alle. Ich musste lernen, wie man ein Rennen vernünftig angeht. Du musst jeden Moment kämpfen, um das, was du erreichen willst. Ich bin viel professioneller geworden. Jetzt habe ich als Fahrer ein Komplettpaket entwickelt. Ich hatte das Privileg mit einer so großen Marke wie Mercedes sechs Jahre in der DTM zusammenarbeiten zu dürfen.

Nun geht es für Dich in die IndyCar-Serie zu Schmidt-Peterson. Das wird die nächste große Herausforderung werden. Was wird sich für Dich ändern?
Ich habe bisher kaum Erfahrung mit dem Auto. Insofern ist es schwer für mich genau zu sagen, was sich ändern wird. Wenn die Tests losgehen, werde ich eine bessere Idee davon haben, was es bedeutet und wo ich mich verbessern kann. Rennen im Oval zu fahren, das wird für mich völlig neu sein. Das ist ein großer Schritt in meiner Karriere. Ich freue mich darauf in der Indy 500 zu fahren. Das wird ein unglaubliches Gefühl.


DTM / ND


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