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DTM: Mike Rockenfeller "Ich gehe mit einem guten Gefühl in den Winter"

Rocky:

18.11.2017 (Speed-Magazin.de) Am Ende fehlten Mike Rockenfeller zwölf Punkte auf den Meister. Hinter den Markenkollegen René Rast, Mattias Ekström und Jamie Green wurde „Rocky“ Vierter in der Gesamtwertung der DTM. 2016 war der 34-Jährige noch chancenlos. Platz 19 war damals die magere Ausbeute. Im Gespräch mit DTM blickt er zurück auf eine erfolgreiche Saison, die für ihn einen kleinen Wermutstropfen hatte. Und er beantwortet die Frage, ob ihn der schwere Unfall am Norisring die Meisterschaft gekostet hat.

Du standst insgesamt, inklusive deinem Sieg am Sonntag in Zandvoort, sechsmal auf dem Podium. Im Qualifying sprang allerdings nur in Moskau einmal ein dritter Platz heraus. Wie fällt dein Saisonfazit aus?
„Es wäre sicher mehr möglich gewesen. Wir hatten ein sehr gutes Auto. Bis auf die Rennen am Nürburgring, wo wirklich nichts ging, war ich jedes Wochenende konkurrenzfähig. Selbst am Norisring, das war in den Jahren zuvor dort nicht der Fall. Das war positiv. Mit meiner Leistung kann ich generell zufrieden sein. Ich bin bis zum letzten Rennen um die Meisterschaft gefahren. Das Qualifying war nicht meine Stärke. Das Rosberg-Team mit Jamie Green und René Rast war da die Messlatte. Das hat mich auch die Meisterschaft gekostet. Am Ende haben mir zwölf Punkte gefehlt zum Titel. Das ist ein kleiner Wermutstropfen.“

Das Qualifying war dein Schwachpunkt. Woran hat es gelegen, dass Du nur einen Punkt holen konntest? Weißt Du, was künftig besser werden muss?

Der Unfall zwischen Paffett und Rockenfeller am Norisring
Der Unfall zwischen Paffett und Rockenfeller am Norisring
© DTM | Zoom
„Ehrlich gesagt nicht. Es passiert zwar immer mal wieder, dass du die Runde nicht auf den Punkt bringst. Es geht ja darum, wie man den Reifen anfährt, wie man das Setup wählt usw. Vielleicht ist da unser Kompromiss zu groß gewesen, in dem Sinne, dass wir uns zu sehr auf das Rennen konzentriert haben. Wenn ich es wüsste, hätten wir es direkt abgestellt. Auffällig war, dass gerade die beiden Rosberg-Fahrer sehr oft vorne standen. Und uns immer ein bis drei Zehntel gefehlt haben. Da liegt sicher der Schlüssel für nächstes Jahr.“

Du hast Dir beim Rennen am Sonntag auf dem Norisring bei dem Crash mit Gary Paffett den Fuß gebrochen. Hat Dich diese Verletzung letztlich die Meisterschaft gekostet?
„Grundsätzlich nein. Ich denke nicht, das der Fuß den Ausschlag gegeben hat. Es waren ja auch nur zwei Renn-Wochenenden, bei denen ich beeinträchtigt war. Und wenn man die Revue passieren lässt, waren es keine schlechten Wochenenden. Aber der Unfall und die null Punkte am Norisring am Sonntag haben sicher nicht geholfen. Am Samstag habe ich zudem Edoardo Mortara aus Versehen umgedreht, dafür habe ich eine Drive-Through-Strafe bekommen und bin 13. geworden. Das sind ja dann schon die Punkte, die mir fehlen. Aber auch Jamie Green wird zum Beispiel sagen, wäre mir das Getriebe nicht kaputtgegangen... So gingen bei mir auch viele Rennen dahin.“

Am Ende hast Du nochmal richtig Gas gegeben. In den letzten vier Rennen bist Du Siebter, Zweiter, Zweiter und Dritter geworden. Das war ein rasanter Schlussspurt. Wie erklärst Du dir das?

In Moskau tauchte Rockenfeller dann mit Krücken auf
In Moskau tauchte Rockenfeller dann mit Krücken auf
© DTM | Zoom
„Ich bin mit 38 Punkten Rückstand auf Mattias Ekström nach Hockenheim gekommen. Wir haben schon noch gut aufgeholt. Es war ja klar, dass ich alle Register ziehen musste, um überhaupt noch Meister werden zu können. Und dass ich darauf hoffen musste, dass bei anderen was schiefgeht. Ist es ja auch zum Teil, aber nicht genug. Wir hatten die Diskussion um die Performance-Gewichte nicht mehr. Das hat mich im Kopf befreit. Das leidige Thema war abgehakt. Es ging nur noch darum, alles zu geben. Ich wollte noch was zeigen. Spielberg ist eine Strecke, die ich mag. Ich war in Hockenheim immer schon stark. In den beiden Rennen hätten wir über die Strategie nur minimal mehr rausholen können. Jetzt gehe ich in den Winter mit dem guten Gefühl, wir waren dran, wir hätten Meister werden können.“

Fährst Du auch 2018 für Audi in der DTM?
„Meine beiden Jahre zuvor in der DTM waren eher bescheiden. Wenn man die als Maßstab nimmt, hätte man schon mal drüber nachdenken können, ob das Sinn macht für beide. Man muss schauen, dass alles zusammenpasst für einen persönlich und auch für die Marke. Dieses Jahr war wieder gut. Das geht schnell in der DTM. Das wissen unser Motorsportchef Dieter Gass und Audi aber gut einzuschätzen. Stand heute gehe ich davon aus, dass mein Programm noch vor Weihnachten feststeht.“


DTM / ND


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