zur Startseite

DTM: Mattias Ekström „Das kann man nur mit Humor nehmen“

05.12.2017 (Speed-Magazin.de) Mattias Ekström war der Favorit auf den DTM-Titel. Mit 21 Punkten Vorsprung auf den späteren Champion René Rast reiste der Schwede zum Saisonfinale nach Hockenheim an. Am Ende wurde „Eki“ nur Zweiter. Mittlerweile hat der 39-Jährige die Enttäuschung über den verpassten dritten Titel aber überwunden. „Für mich ist das schnell Geschichte gewesen. Die Glücksmomente verfliegen in kurzer Zeit schon wieder. Ich mache das mittlerweile viele Jahre und es ist immer mein Ziel, um den Titel zu kämpfen. Ich habe es erneut versucht und dieses Jahr war ich knapp dran. Ich habe es leider wieder nicht geschafft. Aber, was hängen bleibt, ich hatte viele gute Rennen“, sagt der Audi-Pilot im Gespräch mit DTM.

Wenige Wochen nach dem DTM-Finale wurde Ekström wieder Zweiter – in der FIA-Rallycross-Weltmeisterschaft. „Ich bin glücklich, der größte Verlierer auf der Welt zu sein“, sagte er scherzhaft nach dem Saisonfinale in Kapstadt. Dass er die beiden zweiten Plätze keineswegs als Niederlage empfand bringt er klar zum Ausdruck: „Überhaupt nicht. Vor ‘Go hard, or go home’ war ‘The second place, is the first loser’ mein Slogan. Irgendwann dachte ich mir aber, das passt eigentlich nicht zu dir. Da war ich 13 Jahre alt. Deshalb fand ich es auch so lustig. Wenn man so nah dran ist, will man ja auch den Erfolg haben.“

Ausgerechnet am letzten Rennwochenende der Saison hatte Ekström mit nur vier Punkten insgesamt die schlechteste Ausbeute. Die Last der Favoritenbürde auf seinen Schultern habe ihn aber nicht beeinträchtigt. Nach 195 Rennen in der DTM sollte man damit auch umgehen können. Dass er nur fünf Punkte im Qualifying einsammelte, sah er letztlich auch nicht als ursächlich für das verpasste Championat an: „Klar war das Qualifying in vielen Rennen das Problem. Aber gegen Ende der Saison waren wir auch in den Rennen ein bisschen zu langsam. Ich hatte auch nicht mehr Druck als normal. In der DTM sieht man heutzutage schlecht aus, wenn man nicht aussortiert ist. Kleine Unterschiede machen Erfolg oder Misserfolg aus. Ich habe an dem Wochenende nichts anders gemacht, als sonst. Es ist halt manchmal so, dass es nicht reicht. Es ist brutal, wenn man so nah dran war. Klar, ist das frustrierend“, räumt er ein.

Beim Finale holte Eki nur vier Punkte
Beim Finale holte Eki nur vier Punkte
© DTM | Zoom
Gerne hätte der Meister von 2004 und 2007 das Triple perfekt gemacht. Zumal der Audi-Pilot nach Bernd Schneider (5 Titel) und Klaus Ludwig (3) erst der dritte DTM-Fahrer gewesen wäre, der mehr als zwei Titel geholt hätte. Schaut man sich Ekströms Bilanz der 17 Jahre in der DTM an, war wohl noch nie ein Fahrer so konstant erfolgreich. Die Zahlen sind beeindruckend. Nicht nur wegen der 23 Siege, 77 Podiumsplätze und 20 Pole-Positions. Neunmal war Ekström unter den Top Drei der Gesamtwertung. Nie war er in der Endabrechnung schlechter als Platz acht. Das erfüllt ihn auf der einen Seite mit Stolz, auf der anderen Seite trauert er auch der einen oder anderen verpassten Chance nach. „Über so viele Jahre bin ich sicher damit zufrieden. 2011 war für mich das beste Jahr als Fahrer. Da hat viel gepasst. Trotzdem habe ich nicht gewonnen. Am Anfang hatten wir Probleme mit dem Auto. Als das aussortiert war, bin ich abgegangen wie Schmitz Katze. Das selbe war in den Jahren danach, als ich hinter Marco Wittmann und Pascal Wehrlein war. Und jetzt hatte ich das selbe mit René Rast. Mit ihm war es etwas anders, weil er ein Markenkollege ist. Aber, wenn man Meisterschaftskandidat ist, kämpft man gegen alle. Eigentlich ist das egal. Nur die Regeln im Zweikampf sind etwas anders. Im Qualifying fährst du eh volle Lotte. Aber, ich muss zugeben, ich hätte dieses Jahr schon gerne gewonnen. Wenn du über so einen langen Zeitraum vorne bist, dann willst du auch am Ende mal wieder ganz oben auf dem Podium stehen.“

Vor Hockenheim schossen die Spekulationen wild ins Kraut „Eki“ würde mit einem Titelgewinn abtreten. Platz zwei spielt in seinen Überlegungen diesbezüglich aber keine Rolle: „Es gibt noch ein wenig Diskussionsbedarf. Es ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Das wird aber bald verkündet. Ich hoffe, dass es vor Weihnachten geregelt sein wird. Ich brauche keine zusätzliche Motivation. Das habe ich nie gebraucht. Ich will besser werden. Mein Ehrgeiz ist nicht von den Ergebnissen abhängig.“


DTM / JM


Die Mobile-App von Speed-Magazin.de