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DTM: Lucas Auer "Die Fetzen werden fliegen"

Endet die Pechsträhne des Mercedes-Fahrers ausgerechnet beim Heimrennen?

13.09.2018 (Speed-Magazin.de) Keiner hat derzeit in der DTM so viel Künstlerpech wie Lucas Auer. Gleich mehrere Unglücksfälle musste der Mercedes-AMG-Pilot in jüngster Zeit verdauen. Der „Luggi“ war nicht zuletzt deshalb der einzige der 18 Fahrer, der in den vergangenen vier Rennen ohne Punkt für die Gesamtwertung blieb. Gleich drei Mal wurde der Österreicher von anderen Piloten in den vergangenen fünf Läufen rausgedreht. Der 24-Jährige hat unbestritten eine Pechsträhne. „So ist der Sport, das gehört dazu. Generell geht es bei mir ein bisschen drunter und drüber. Diese Saison ist charakterbildend für mich. Ich war so oft vorne, am Ende des Tages konnte ich es nicht umsetzen. Der Nürburgring war ein weiteres Rennwochenende, wo es nicht geklappt hat. Der Speed ist aber da“, sagt Auer erstaunlich gelassen.

Trotz des einen oder anderen Malheurs ist Auer, der am Dienstag 24 Jahre alt wurde, immerhin noch Gesamtsiebter mit 110 Punkten. Gerade im Qualifying ist er stark. Er war fünf Mal schon in den Top drei, was ihm zehn Punkte einbrachte. Mehr sammelte bis dato nur Markenkollege und Tabellenführer Gary Paffett (19) ein. Zudem fuhr er bereits vier Mal aufs Podium. Genauso so oft wie 2017, da waren allerdings auch drei Saisonsiege dabei. Dieser fehlt ihm 2018 noch.

Aua, das tat weh.
Aua, das tat weh.
© DTM | Zoom
Am Sonntag erwischte er am Nürburgring einen Raketenstart, er schoss in der ersten Kurve von Platz fünf auf zwei nach vorne. „Ich bin im zweiten Gang losgefahren, ich hatte keinen Wheel-Spin, alle anderen schon, das habe ich heute besser gemacht. Das war geplant, aber ich hatte ein bisschen Angst, es zu probieren, dann dachte ich mir aber Hop oder Top“, schildert er seine spektakuläre Aktion. Aber eine Runde später wagte BMW-Pilot Timo Glock am Ende der Start-Ziel-Geraden ein allzu optimistisches Überholmanöver, fuhr ruppig über den Randstein im Kurveninneren und räumte Auer formvollendet ab.

AUER NIMMT DIE ENTSCHULDIGUNG VON GLOCK AN
„Ich habe in dem Moment gar nicht gecheckt was los war. Ich dachte, das kann nicht sein. Er hat sich bei mir entschuldigt. Das ist auch okay. Du kannst aber die Zeit nicht zurückdrehen. Ich muss einfach weiter Gas geben, es nutzt ja nichts.“ Sieben Runden vor Schluss musste er mit Bremsproblemen aufgeben. „Das Auto war so kaputt. Bevor ich noch einschlage, habe ich mir gedacht, riskier ich es lieber nicht, die paar Runden zu fahren. Der Unterboden war weg und dann gehen unsere Autos nicht mehr.“

"Die Fetzen werden fliegen"
© DTM | Zoom
Ähnliches war Auer bereits in Brands Hatch und Misano widerfahren. In Italien schob ihn in Rennen eins BMW-Pilot Joel Eriksson raus. Im zweiten Lauf drehte sich Auer bei schwierigen Bedingungen gegen Rennmitte ins Kiesbett und schied später aus. „Das war zu hundert Prozent mein Fehler. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“ In der englischen Grafschaft Kent war er zuvor am Sonntag das Opfer des Audi-Piloten Robin Frijns geworden. „Ich glaube, Robin hat sich ein bisschen verschätzt und deshalb mein Auto berührt. Dadurch hat es uns beide weggedreht und ich war Letzter. Das war schon schlimm, aber ich hatte danach eine sehr gute Pace“, sagt Auer, der als Achter in diesem Fall wenigstens noch vier Punkte sammelte.

„DER RED BULL RING WAR ZULETZT EIN SCHWIERIGES PFLASTER FÜR UNS“
„Umso mehr freue ich mich nun auf mein Heimrennen. Wenn wir was zusammenzukriegen, sind wir sicher Kandidaten für ganz oben. Ich hätte nichts dagegen. Bisher sind wir gut. Spielberg war in den letzten Jahren für uns aber immer ein schwieriges Pflaster. Da bin ich dieses Mal echt gespannt, wie es laufen wird“, sagt Auer, der im vergangenen Jahr am Red Bull Ring nach Platz acht am Samstag tags darauf von BMW-Pilot Bruno Spengler heimgesucht wurde, der ihn rausdrehte und das Heck seines Mercedes-AMG beschädigte. Wendet sich das Schicksal ausgerechnet in der Steiermark für ihn? „Das wäre mega. Der Red Bull Ring ist eine super Strecke. Der Charakter der Strecke ermöglicht gutes Racing. Es wird richtig rund gehen. Die Fetzen werden fliegen.“


DTM / ND


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