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DTM: Klaus Ludwig über Mattias Ekström "Ein grosser Champion mit charisma und standing"

06.02.2018 (Speed-Magazin.de) Mattias Ekström hat 17 Jahre lange die DTM als Fahrer mitgeprägt. Der Schwede wird in allen Bestenlisten weit oben notiert. Sei es bei der Anzahl der Titel (zwei), der Siege (23), der Rennen (195), der Pole-Positions (20) oder der gesammelten Punkte (1219). Einer, der den Audi-Piloten in beinahe allen Kategorien sogar noch toppt, ist Klaus Ludwig (3/37/219/16/1823,5). Erfolgreich, geradlinig, populär, aber durchaus polarisierend – der Schwede und der Rheinländer haben einiges gemeinsam. Man kann durchaus sagen, dass der Schwede der legitime Nachfolger von „König Ludwig“ war. DTM.com befragte die deutsche Tourenwagen-Legende nach seiner Meinung zum DTM-Rücktritt von „Eki“ und ob er einen legitimen Nachfolger sieht.

Was dachtest du, als du die Nachricht von Ekströms Entscheidung erfuhrst?
Klaus Ludwig: „Ich war ein bisschen überrascht. Ende Januar tritt man selten zurück. Eigentlich macht man das am Ende der Saison. Das bleibt aber jedem selber überlassen. Er war aber immer schon ein Typ mit eigener Meinung und Ecken und Kanten. Deswegen hat er das jetzt auch so durchgezogen.“

Wahrscheinlich wäre ihm der Rücktritt mit dem Gewinn des dritten DTM-Titels leichter gefallen…

Eki ist ein Typ mit Ecken und Kanten
Eki ist ein Typ mit Ecken und Kanten
© DTM | Zoom
„Vielleicht. Er konzentriert sich nun halt voll auf sein Rallycross-Engagement und sein eigenes Team. Für sich persönlich und finanziell sieht er in der Rallycross-WM wohl die größere Zukunft. Er ist ja immerhin schon 39. Warum nicht? Jetzt kommt dann eben Robin Frijns. Der wird sich wundern.“

Inwiefern?
„Ein DTM-Auto ist deutlich anders zu fahren als ein GT3-Auto. Es kommt darauf an, wie viele Möglichkeiten er hat, zu testen. Wir werden sehen. Bis jetzt gab es nur einen, der sich relativ auf Anhieb durchgesetzt hat. Das war der jetzige Meister, René Rast. Er hatte aber auch schon vorher drei, vier Anläufe.“

Zurück zu „Eki“. Durch dessen Rücktritt bleiben deine Bestmarken weiterhin unerreicht. Er war dir auf den Fersen…
„Wunderbar (lacht). Das interessiert mich überhaupt nicht. Ich lebe nicht in der Vergangenheit. Es ist immer schön, wenn man Erfolge hatte und aufgrund dieser Dinge auch hin und wieder erwähnt wird. Aber der Motorsport hat sich auch verändert. Es war vielleicht früher nicht leichter, aber anders. Bei mir gab es ja immer noch die Geschichte mit DTM und DRM. Ich behaupte, die Deutsche Rennsport-Meisterschaft war genauso schwierig. Deshalb bin ich auf die DRM-Titel genauso stolz (Anm. d. Red.: 1979 und 1981 gewann „König Ludwig“ die DRM). Wenn man bei mir alles zusammenlegt, kommt man auf ein paar Titel mehr.“

Wie schwer wiegt der Verlust von Ekström für die DTM?

Ludwig:
Ludwig: "Frijns wird sich wundern"
© DTM | Zoom
„Er ist ein unglaublich talentierter Rennfahrer. Daraus hat er sehr viel gemacht. Ich habe viele tolle Rennen gesehen, die er spannend gemacht hat. Tolle Aufholjagden, tolle Rennen von vorne. Wenn er einmal vorne war, hat er das Zepter nicht mehr aus der Hand gegeben. Aber, er hat auch viele Sachen aus dem hinteren Startfeld toll gemacht. Das ist eigentlich eine irrsinnige Auszeichnung.“

Er hat auch nie ein Blatt vor den Mund genommen…
„Das hat er wirklich nicht. Das war das Schöne. Er ist noch einer mit Charisma und Standing. Ein großer Champion.“


DTM / RB


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