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DTM auf dem Norisring: Spengler Spitze, BMW Brilliert

02.07.2017 (Speed-Magazin.de) Bruno Spenglers Stimme hallte lautstark durch den Boxenfunk. Immer wieder schrie der Kanadier nach der Zieldurchfahrt: „Yes, yes, yes.“ Nach 61 Runden und etwas mehr als 53 Minuten hatte der BMW-Pilot mit seinem Erfolg auf dem Norisring gleich mehrere negative Serien beendet. 2013 in Spielberg gewann Spengler zuletzt ein DTM-Rennen. Nun endete endlich seine Durststrecke. An diesem Samstag stand er bereits zum vierten Mal im „fränkischen Monaco“ und zum 15. Mal in der DTM ganz oben auf dem Podium. Spengler kletterte aus seinem Auto, ballte immer wieder beide Fäuste, anschließend sprang er bäuchlings auf seinen Wagen und küsste die Motorhaube. Im Überschwang seiner Gefühle ließ sich Spengler sogar von Ex-Mercedes-AMG-Sportchef Norbert Haug zu einem Moonwalk überreden. 25 Jahre nach dem Briten Steve Soper stellten die Münchner bei ihrem Heimrennen wieder mal auf dem 2,3 Kilometer langen Stadtkurs den Sieger. 

„Am Anfang war es aufgrund des Regens ein wenig chaotisch. Ich habe in den letzten Jahren sehr hart gekämpft und nie aufgegeben. Das war geil, wieder mal auf eine Motorhaube zu hüpfen. Der Start heute war mega-gut. Das werde ich jetzt erstmal genießen. Das Auto war bei allen Bedingungen stark. Jeder Sieg ist etwas Besonderes, das hat sich heute wie bei meinem ersten Erfolg angefühlt“, sagte Spengler, der seinen Teamkollegen Maxime Martin und Audi-Fahrer Mattias Ekström auf die Plätze verwies. Marco Wittmann, Timo Glock und Tom Blomqvist auf den Rängen vier bis sechs komplettierten das grandiose Teamergebnis. Fünf BMWs unter den ersten Sechs, das hatte es zuletzt 2016 in Spielberg gegeben.

Nach dem Start ging es hoch her
Nach dem Start ging es hoch her
© DTM | Zoom
Auch Audi hatte Grund zur Zufriedenheit, verbesserte sich Ekström doch durch Rang drei im Gesamtklassement auf Platz eins mit 77 Punkten vor den Teamkollegen René Rast (72), Jamie Green (71) und Lucas Auer im Mercedes-AMG (69.). „Mein Rennen war unterhaltsam. Ich hatte einen guten Start, danach war es sehr nass. Im Trockenen habe ich dann schon hart kämpfen müssen. Einmal kam ich an Maxime vorbei, aber leider war mein Tempo in Kurve eins da ein bisschen zu hoch. Aber P3 am Ende _ nach P6 im Qualifying _ und die Meisterschaftsführung, ich kann mich nicht beklagen“, freute sich „Eki“.

Während Green als Siebter des Rennens immerhin noch vier Zähler einsammeln konnte, lief es für die bisherigen Leader Rast und Auer unbefriedigend. Der Österreicher wurde nach dem Start in der ersten Kurve zu weit nach außen getragen und versuchte sich dann an der Wand entlang doch noch nach vorne zu schieben. Bei einer Kollision wurde aber Auers Auto beschädigt, so dass „Luggi“ schon nach der ersten Runde aufgeben musste und die dritte Nullnummer in Folge einfuhr.

Ohnehin erwischten die Stuttgarter einen rabenschwarzen Tag. Robert Wickens schied ebenfalls sofort aus. Edoarda Mortara wurde von Audi-Pilot Mike Rockenfeller an Position fünf liegend gedreht und beendete das Rennen auf Rang acht als bester Mercedes-AMG-Fahrer. „Rocky“ bekam dafür eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt und wurde 13.

Das Duell Ekström vs. Martin prägte das Rennen
Das Duell Ekström vs. Martin prägte das Rennen
© DTM | Zoom
Für Rast blieb der Start noch einigermaßen im erträglichen Rahmen, hinter Spengler, Ekström und Martin reihte sich der Audi-Fahrer nach P2 im Qualifying zunächst als Vierter ein. Nach 23 Runden kassierte er aber eine Durchfahrtsstrafe wegen Überfahrens der gelben Linie an der Boxenausfahrt und fiel aus den Punkterängen. Am Ende wurde er Zwölfter. Schwierige Bedingungen hatten kurz vor dem Start des Rennens geherrscht. Urplötzlich und fast schon traditionell hatte der Himmel am Norisring seine Schleusen geöffnet. BMW-Pilot Marco Wittmann, der bei seinem Heimrennen das anvisierte Podium als Vierter erneut knapp verpasste, musste nochmal schnell seine durchnässten Schuhe wechseln. Aufgrund der veränderten Wetterverhältnisse wurden zunächst zwei Einführungsrunden gefahren. Beim Start agierte Spengler frei nach dem Motto ab durch die Mitte und schob sich gleich zwischen Martin und Rast hindurch an die Spitze des Feldes. Er gab diese Position bekanntermaßen nicht mehr ab bis ins Ziel. Insgesamt ist der Kanadier nun Zehnter mit 43 Punkten.

Nach einem Drittel der zu fahrenden Distanz wechselten alle Fahrer auf der abtrocknenden Strecke peu á peu auf Slicks. Das faszinierendste Duell des Rennens lieferten sich Martin und Ekström. Aber der Belgier, der die Pole Position innegehabt hatte, hielt den Angriffen des Schweden stand und sicherte den 20. Doppelsieg für BMW in der DTM. „Mein Start war wirklich schlecht. Ich weiß nicht, was da los war. Das war ein sehr fairer Fight mit Eki, das wollen wir doch sehen in der DTM. Das Auto lief sehr gut. Wir sind zurück im Spiel. Ich hatte jetzt zwei Podiumsplätze in Folge, ich bin sehr zufrieden“, sagte Martin.


DTM / ND

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