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DTM Audi Sport Team Phoenix Racing: "Am Ring waren wir schon immer gut"

04.09.2017 (Speed-Magazin.de) Mit breiter Brust geht das Audi Sport Team Phoenix Racing beim siebten DTM-Wochenende am Nürburgring in die Rennen. In Zandvoort fuhren die Piloten von Ernst Moser einen überraschenden Doppelsieg ein. Mike Rockenfeller ist nach seinem Erfolg nun schon Dritter in der Gesamtwertung und hat damit sehr gute Karten im Titelrennen. Loïc Duval stieg wie Phönix aus der Asche auf dem Kurs an der niederländischen Nordseeküste als Zweiter empor. Zuvor hatte der französische Rookie elf Nullnummern produziert. Für das 1999 gegründete Team aus Meuspath nahe des Rings ist das Rennen ein echtes Heimspiel – näher dran ist sonst keiner. DTM hat Ernst Moser anlässlich des Heimspiels interviewt.

Ihr habt ein Heimspiel am Ring, worin liegt der Vorteil für Euch?
„Wir sind, wie man so schön sagt, Heimschläfer. Es braucht weniger an Vorbereitung. Wir können einen Tag später mit dem Bus losfahren. Wir haben eine sehr kurze Anreise von Meuspath aus und haben nur knapp 3 Kilometer bis ins Fahrerlager. Wir müssen nur kurz die Tasche packen. Es ist immer sehr schön, wenn man daheim schlafen kann, wenn man von der Arbeit kommt.“

Die gute Ortskunde bringt Euch auch auf der Strecke das eine oder andere Zehntel?
„Das ist ein Trugschluss. Wir haben ja gar keine Möglichkeit, mit diesen Autos mehr zu fahren. Die Testtage in der DTM sind streng limitiert. Aber: Das Umfeld ist uns durch die Nähe natürlich sehr vertraut. Wir sind hier hochmotiviert, das ist der einzige Vorteil – und die kurze Anreise. Alles andere bringt uns auf der Strecke leider nichts.“

Teambesprechung im Audi Sport Team Phoenix
Teambesprechung im Audi Sport Team Phoenix
© DTM | Zoom
Beim letzten Rennen in Zandvoort habt Ihr am Sonntag mit Mike Rockenfeller und Loïc Duval einen Doppelsieg eingefahren. Was habt ihr Euch für das Heimspiel am Nürburgring vorgenommen?
„Wir hoffen, dass wir diesen Erfolg wiederholen können. Die Vorzeichen sind etwas ungünstiger, da wir nach Zandvoort fünf Kilo zusätzliches Performance-Gewicht ins Auto bekommen haben. Das macht es deutlich schwieriger. Unser Motto lautet: Never give up. Wir werden versuchen, auch mit diesem Nachteil das bestmögliche Ergebnis rauszuholen.“

Was stimmt Euch denn trotzdem positiv?
„Unsere Fahrer, speziell „Rocky“, können sehr gut mit den weichen Reifen umgehen. Durch das Gewicht haben wir im Qualifying Nachteile. Über die Renndistanz hoffe ich aber, dass wir mit dem Audi wieder kontinuierlich schnell sein werden. Auf dem Nürburgring waren wir schon immer gut und haben immer gute Ergebnisse eingefahren. Deshalb bin ich zuversichtlich.“

Loïc Duval hat eine schwierige Saison hinter sich. Im zwölften Rennen holte er als Rookie in Zandvoort die ersten Punkte für die Meisterschaft. Wie bewertest Du sein bisheriges Abschneiden?
„Loïc hatte wenig Zeit, sich mit dem neuen Auto anzufreunden. Die ersten Rennen in diesem starken Feld hat er sich extrem schwergetan. Wir reden ja hier von Platz eins bis 15 von einem engen Fenster, von zwei bis drei Zehntel. Es hat etwas gedauert, bis er sich da durchsetzen konnte. Für mein Gefühl, hat es etwas zu lange gedauert. Er hat immer wieder gezeigt, dass er es kann, kam dann aber auch immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. In Moskau hätte er das erste Mal unter die Top fünf fahren können. Aber auch da haben Kleinigkeiten und Pech das entsprechende Ergebnis verhindert. Ich war glücklich, dass er in Zandvoort vom ersten Moment an, wo er aus der Box gefahren ist, immer bei der Musik mit dabei war. Da hat er gezeigt, dass er in der DTM angekommen ist. Dass er fahren kann, das wusste ich.“

"Loïc hatte wenig Zeit, sich mit dem neuen Auto anzufreunden."
© Audi Motorsport | Zoom
Mike Rockenfeller hingegen hat trotz der am Norisring erlittenen Verletzung eine bis dato starke Saison bestritten. Er liegt als Gesamtdritter nur 18 Punkte hinter Markenkollege Mattias Ekström.
„Bei Mike ging es, im Gegensatz zu 2016 als er am Ende nur 19. war, in diesem Jahr wieder steil bergauf. Ihm liegt der Reifen und das hilft ihm dieses Jahr sehr. Durch seine Erfahrung und den sehr guten Umgang mit den Pneus können wir extreme Strategien für die Rennen auswählen. Weil wir wissen, dass der Reifen bei ihm lange hält. Das ginge mit anderen Fahrern in der Form vielleicht nicht. Er ist mental stark und hat einen extrem guten Speed im Rennen. Unser Ziel Anfangs dieses Jahres mit den neuen Möglichkeiten und dem neuen Reglement war klipp und klar, wir wollten wieder um die Meisterschaft mitfahren. Das hat funktioniert.“

Wer wird DTM-Champion und warum?
„Als Tabellenführer ist Mattias Ekström mein Favorit. ‚Eki’ hat für mich momentan die besten Möglichkeiten, die Meisterschaft zu gewinnen. Man darf allerdings nicht vergessen, dass wir sehr schwere Autos haben und das Reglement immer die Leute bestraft, die im Rennen sehr schnell sind. Das widerstrebt mir. Egal, wie das Qualifying ausgeht, wenn wir auf dem Nürburgring im Rennen schnell sind mit dem Audi, könnte es am Red Bull Ring und in Hockenheim schwierig werden, die Performance zu halten. ‚Rocky’ wird auf seine Chance lauern und bereit sein.“


DTM / RB

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