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DTM: Audi Pilot Mike Rockenfeller "Jeder versucht ans Limit zu gehen"

Rockenfeller:

25.08.2017 (Speed-Magazin.de) Mike Rockenfeller war der Gewinner im Sonntagsrennen im niederländischen Zandvoort. Der Audi-Pilot sah nach 37 Runden als Zweiter die Zielflagge. „Rocky“ wurde aber nachträglich zum Sieger erklärt. Marco Wittmann hatte das zwölfte DTM-Saisonrennen als Erster beendet, wurde jedoch hinterher disqualifiziert. Bei der technischen Nachuntersuchung seines Fahrzeugs war nicht mehr die vorgeschriebene Restmenge von 1.000 Gramm an Benzin im Tank. DTM fragte bei Rockenfeller nach, was er über den unverhofften Erfolg und seine Titelchancen denkt.

BMW hat einen Fehler gemacht, wobei Marco Wittmann der Leidtragende war. Du hast den Sieg in Zandvoort am grünen Tisch erhalten. Wie fühlt sich das an?
„Bei einem Sieg fährt man normalerweise als Erster über die Ziellinie und geht als Erster aufs Podium. Ich bin Zweiter geworden und habe nachträglich die Punkte und den Sieg geerbt. Wenn ich übertrieben gesagt, 300 PS mehr habe und gewinne, sagt jeder, du hast unverdient gewonnen. Das ist hier nicht so. Es ging um eine Regel, die einzuhalten ist. Das haben die nicht mit Absicht gemacht. Das hat ihm nullkommanull Vorteil gebracht. Aber, das gilt für uns alle. Wir wissen das auch. Insofern ist es in Ordnung, wenn man dann disqualifiziert wird. Es muss bei der Benzinmenge irgendwo ein Limit geben. Dennoch hätte ich das Rennen natürlich gerne auf der Strecke als Erster beendet. Das ist klar. Ich nehme die Punkte trotzdem gerne mit.“

Für den betroffenen Fahrer ist das natürlich immer bitter...

Platz zwei gefeiert, 25 Punkte erhalten: Mike Rockenfeller
Platz zwei gefeiert, 25 Punkte erhalten: Mike Rockenfeller
© DTM | Zoom
„Ja, sehr bitter sogar. Wären wir eine Runde weitergekommen, was sehr knapp war (Anm. d. Red. wäre Wittmann zirka 2,5 Sekunden früher über die Ziellinie gefahren, hätte es eine weitere Runde gegeben, da die vorgeschriebenen 55 Minuten plus eine Runde Rennzeit dann noch nicht erreicht gewesen wären), dann wäre er auf der Strecke stehen geblieben. Das wäre für mich sozusagen schöner gewesen. Dann hätte ich das Ding auf der Strecke gewonnen. Aber dann kannst du auch sagen, ich hätte das Ding geerbt. Es ist wie es ist. Ich bin froh, dass ich auf dieser Seite bin und nicht auf Marcos. Für ihn tut es mir leid, er hat ja eine super Leistung gezeigt.“

Sind Dir oder deinem Team ähnliche Missgeschicke auch schon passiert?
„Das jüngste Beispiel war mein Rennen in Moskau. Da bin ich am Sonntag Siebter geworden und habe eine 5-Sekunden-Strafe bekommen, die mich aus den Punkten geworfen hat. Da war mein DRS technisch nicht in Ordnung. Das war ja wie eine Disqualifikation. Da konnte ich nichts für. Das war im Endeffekt genau das gleiche. Hier ging es um den Sieg. Okay. Aber die sechs Punkte hätte ich auch gerne mitgenommen. Da würden wir jetzt von zwölf Punkten Rückstand auf „Eki“ reden. Da braucht man nicht nachkarten. Das ist leider so. Das gehört dazu. Wenn die Bodenplatten zu tief sind, oder egal was, dann hast du ein Problem. Jeder versucht ans Limit zu gehen. Das ist auch verständlich. Manchmal ist man drüber. Und dann ist es natürlich blöd.“

Du bist jetzt Gesamtdritter, 18 Punkte hinter Markenkollege Mattias Ekström. Wie schätzt Du deine Chancen auf den Titel sechs Rennen vor dem Ende ein?
„18 Punkte sind immer noch viel. Ich mache mir da nicht viele Gedanken drüber. Ich versuche das Beste raus zu holen. Ich hatte keine einfache Saison: Der Fußbruch und damit verbunden die Frage, ob ich überhaupt in Moskau fahren kann. Dazu hatte ich ein paar Rennen ohne Punkte, was sehr ärgerlich war. In der Regel war ich aber konkurrenzfähig und in der Lage unter die Top Fünf zu fahren. Das ist gut. Ich versuche von Rennen zu Rennen konstant meine Leistung abzurufen und dann schauen wir mal. Das wird noch so oft hin und her gehen bis zum Ende der Saison. Ich bin aber jetzt lieber Dritter als – wie vorher – Sechster in der Gesamtwertung.“


DTM / DW


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