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Letzter Werkseinsatz des Porsche 911 RSR in Road Atlanta: 72 Rennen, 21 Siege, 8 Meistertitel

IMSA SportsCar Championship 2014: Sieg in Daytona

30.09.2016 (Speed-Magazin.de) Beim Petit Le Mans, dem Saisonfinale der IMSA SportsCar Championship am 1. Oktober auf der Traditionsrennstrecke Road Atlanta, bestreitet der Porsche 911 RSR seinen letzten Werkseinsatz. Seit seiner Premiere 2013 war er bei 72 Rennen in der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC, der IMSA SportsCar Championship in den USA und Kanada sowie in der European Le Mans Series für Werks- und Kundenteams am Start. Dabei holte er insgesamt 21 Siege und acht Meistertitel. Das macht den 470 PS starken 911 RSR, der auf der siebten Generation der Sportwagenikone 911 basiert, zum erfolgreichsten GT-Rennwagen der letzten Jahre.

„Das waren vier intensive Jahre mit dem 911 RSR auf den Rennstrecken in aller Welt“, sagt Marco Ujhasi, Gesamtprojektleiter GT Werksmotorsport. „Ich bin unglaublich stolz auf die gesamte Projektmannschaft, unsere Werksfahrer, unseren Reifenpartner Michelin und alle anderen Partner, die uns täglich tatkräftig unterstützen. Wir haben gemeinsam hart gearbeitet, nie aufgegeben und ständig neue Ideen entwickelt, wie wir im harten Wettbewerbsumfeld Akzente setzen können. Die Erfolge, die der 911 RSR gegen stärkste Konkurrenz bei den wichtigsten internationalen Sportwagenrennserien erzielte, sind der Lohn für unsere Anstrengungen. Der 911 RSR ist eine Erfolgsgeschichte im weltweiten GT-Motorsport.“

© Porsche | Zoom
Das erste Rennen des 911 RSR, der sich durch konsequenten Leichtbau und eine ausgefeilte Aerodynamik auszeichnet, war am 14. April 2013 der Saisonauftakt der WEC in Silverstone. Bereits bei den 24 Stunden von Le Mans, dem dritten Rennen der Saison, feierte der Nachfolger des 911 GT3 RSR einen sensationellen Doppelsieg. Trotz dieses Triumphs wurde in Weissach mit Nachdruck daran gearbeitet, den 911 RSR ständig weiter zu optimieren. In Bahrain, beim letzten Rennen des Jahres, ging er bereits mit zahlreichen Modifikationen für 2014 an den Start, die sich im Härtetest des Wettbewerbs als der erhoffte große Schritt zu einer besseren Fahrbarkeit erwiesen.

In der Saison 2014 wurde der 911 RSR nicht nur in der Sportwagen-Weltmeisterschaft WEC, sondern auch in der neuen IMSA SportsCar Championship in den USA und Kanada eingesetzt. Mit seinem Sieg beim 24-Stunden-Rennen in Daytona sorgte der 911 RSR des Werksteams Porsche North America für einen Paukenschlag. Auch beim 12-Stunden-Klassiker in Sebring lag er bis ins Ziel an der Spitze des stark besetzten GT-Feldes. Der vom Kundenteam Falken Tire eingesetzte 911 RSR siegte zum Saisonabschluss auch noch beim Petit Le Mans. Der 911 RSR hat damit in seiner ersten US-Saison nicht nur die drei wichtigsten Langstreckenrennen gewonnen, sondern Porsche auch die Herstellertitel in der IMSA SportsCar Championship und im North American Endurance Cup gesichert. Für diese prestigeträchtige Langstreckenmeisterschaft werden die Rennen in Daytona, Sebring, Watkins Glen und Road Atlanta gewertet.

© Porsche | Zoom
Mit einem Doppelsieg beim Auftaktrennen in Silverstone verlief auch der Start in die WEC-Saison ganz nach Plan. In Shanghai waren im Ziel ebenfalls zwei 911 RSR in der Klasse GTE-Pro ganz vorne. Parallel dazu wurde der 911 RSR mit verschiedenen Modifikationen fit gemacht für die Saison 2015. So sorgten eine überarbeitete Aerodynamik im Frontbereich und eine angepasste Fahrwerkskinematik für eine ausgeglichenere Balance und eine bessere Beherrschbarkeit im Grenzbereich. Durch kleinere Maßnahmen am Antriebsstrang wurde die Zuverlässigkeit weiter erhöht.

Trotzdem hat es sowohl in den USA als auch in der WEC eine Weile gedauert, bis sich die Erfolge einstellten, die 2015 für Porsche zum erfolgreichsten Jahr seiner Motorsportgeschichte machten. In der zweiten Saisonhälfte hatten die Ingenieure den 911 RSR dann so weit, dass er seine Stärken voll ausspielen konnte. Dabei wurde die Fahrbarkeit so weit verbessert, dass auch Kundenteams mit ambitionierten Amateurfahrern mit dem 911 RSR Erfolg haben können. Das beste Beispiel ist Patrick Dempsey: Der Hollywoodstar und Rennfahrer feierte im japanischen Fuji in der Klasse GTE-Am mit Dempsey Proton Racing seinen ersten WEC-Sieg. In der European Le Mans Series hatte zuvor schon Gulf Racing, ein weiteres Kundenteam, das Auftaktrennen der European Le Mans Series ELMS in Silverstone gewonnen.

© Porsche | Zoom
Der Wendepunkt in dieser Saison war das Rennen der IMSA SportsCar Championship in Watkins Glen. Der Sieg des Kundenteams Falken Tire war ein sehr wichtiger Motivationsschub für alle Porsche-Teams. Plötzlich stellten sich auch in der WEC die Erfolge ein, folgten Siege auf dem Nürburgring, in Austin und in Shanghai. Ähnlich fulminant fuhr der 911 RSR in den USA und Kanada weiter von Sieg zu Sieg, gewann nacheinander die Rennen in Bowmanville, Road America und Virginia. Mit dem Gesamtsieg beim Petit Le Mans gegen alle deutlich leistungsstärkeren und leichteren Sportprototypen krönte der 911 RSR die Saison. Es war der erste Gesamtsieg von Porsche bei diesem Klassiker auf der Traditionsrennstrecke Road Atlanta und der erste eines GT-Fahrzeugs in der wichtigsten Sportwagenrennserie auf dem nordamerikanischen Kontinent. Damit gingen die GT-Meistertitel für Hersteller, Fahrer und Team an Porsche. Parallel dazu sicherte sich Porsche mit einem Sieg am 21. November 2015 bei Saisonfinale in Bahrain diese drei Meistertitel auch in der WEC.

In seiner letzten Werksrennsaison 2016 gewann der 911 RSR in der IMSA SportsCar Championship die Rennen auf dem Stadtkurs von Long Beach sowie in Austin. In der WEC sorgte das Kundenteam Abu Dhabi Proton Racing für ein Highlight, als es in Mexico City seinen ersten Sieg feierte. In der European Le Mans Series war das Kundenteam Proton Competition in Imola erfolgreich. Beim letzten Werkseinsatz des 911 RSR beim Petit Le Mans hat Porsche beste Titelchancen im hart umkämpften North American Endurance Cup.

Der Nachfolger des 911 RSR soll seine Rennpremiere am 28. Januar 2017 bei den 24 Stunden von Daytona feiern, dem traditionellen Saisonauftakt der IMSA SportsCar Championship. Doch bis dahin ist noch viel zu tun. „Vor uns liegen noch arbeitsreiche Monate“, sagt Marco Ujhasi. „Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir in Daytona mit einem würdigen Nachfolger des 911 RSR am Start stehen werden. Die Erfolge des 911 RSR haben die Latte für alle Beteiligten sehr hoch gelegt. Doch wir werden fokussiert und mit großem Engagement daran arbeiten, der Geschichte des Porsche-GT-Motorsports ein weiteres Erfolgskapitel hinzuzufügen.“


Porsche / JM


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