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Kleine Defekte bringen Rowe Racing um den verdienten Lohn bei den traditionsreichen 24 Stunden von Spa

Rowe Racing beendet die 24 Stunden von Spa-Francorchamps in den Top-10

30.07.2017 (Speed-Magazin.de) Zwei kleine Fehlerteufel haben ROWE RACING bei der 69. Auflage der 24 Stunden von Spa um den verdienten Lohn für hervorragende Arbeit gebracht. Beide BMW M6 GT3 der Mannschaft aus St. Ingbert gehörten über weite Strecken des Klassikers auf der berühmten Formel-1-Strecke in den belgischen Ardennen zu den schnellsten Autos im hochklassigen Feld von mehr als 60 GT3-Rennwagen, doch jeweils kleine Schäden nahmen letztlich großen Einfluss auf das Rennen der Fahrzeuge von ROWE RACING. Statt möglicher Podiumsplätze oder sogar einer Wiederholung des Vorjahressieges musste das Team sich am Ende mit einem zehnten Platz begnügen.



BES: 24 Stunden Spa 2017
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Viereinhalb Stunden vor Ende des Rennens stoppte ein Dämpferschaden hinten links die fantastische Aufholjagd der #98. Der Niederländer Nick Catsburg und die beiden BMW DTM-Piloten Tom Blomqvist aus Großbritannien und Bruno Spengler aus Kanada hatte sich von Startplatz 42 aus zu einer zwischenzeitlichen Führung nach knapp 17 Rennstunden am Sonntagmorgen und mitten in den Kampf um eine weitere Podiumsplatzierung bei einem der großen 24-Stunden-Rennen katapultiert. Die nötige Reparatur warf das Fahrzeug vier Runden zurück und damit aus dem Kandidatenkreis für die Podiumsplätze.

© Rowe Racing | Zoom
Kurz nach 9.00 Uhr am Sonntagmorgen hatte Blomqvist erstmals die Spitze in dem Langstreckenklassiker übernommen, als nach einem Neustart nach einer der zahlreichen Safety-Car-Phasen die beiden zu dieser Zeit vor ihm fahrenden Konkurrenten kollidierten und zurückfielen. Zusammen mit Catsburg und Spengler hatte er sich mit einer absolut fehlerfreien Fahrt und viel Geduld zunächst in den Bereich der Top-10 und dann in der Nacht an die Top-3-Plätze herangearbeitet. Dabei hatte vor allem Catsburg, der schon beim zweiten Platz beim ADAC Zurich 24h-Rennen auf dem Nürburgring im verregneten Finale geglänzt hatte, in der Nacht bei nassen Bedingungen bei einem Pokerspiel mit Trockenreifen wertvolle Zeit gut gemacht.

Dagegen war für BMW DTM-Pilot Maxime Martin aus Belgien und die beiden BMW Werksfahrer Philipp Eng aus Österreich und Alexander Sims aus Großbritannien der Traum von der erfolgreichen Titelverteidigung schon nach etwas mehr als einer Stunde vorzeitig beendet. Gerade nachdem Sims das Schwesterauto mit der #99 von Martin übernommen hatte, der mit einem langen ersten Stint von Startplatz elf bis auf Rang zwei vorgefahren war, trat ein unerwartetes Problem am rechten Hinterrad auf, das sich gelockert hatte. Einen derartigen Defekt hatte das Team zuvor noch nie erlebt.

Durch die langsame Fahrt zurück an die Box und den folgenden Wechsel der rechten hinteren Antriebseinheit, den die Mechaniker in lediglich knapp zehn Minuten erledigten, verloren die Vorjahressieger sechs Runden auf die Spitze und fielen bis auf Rang 62 zurück. Doch das Trio ließ keinesfalls die Köpfe hängen, sondern gab weiter Vollgas. So kämpften sie sich wieder bis auf den zwölften Rang nach vorne, bevor Lokalmatador Martin den BMW M6 GT3 mit einem Antriebsschaden rund 90 Minuten vor Ende des Rennens in der Box abstellen musste.

© BMW Motorsport | Zoom
Lob für den Auftritt des Teams gab es auch von BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt. „ROWE RACING hat einmal mehr einen super Job gemacht. Leider verhinderten technische Probleme ein erneutes Top-Resultat“, sagte Marquardt: „Sowohl Bruno Spengler, Tom Blomqvist und Nick Catsburg als auch Maxime Martin, Philipp Eng und Alexander Sims haben trotz diverser Rückschläge zu keiner Zeit aufgegeben und bis zuletzt gekämpft. Schade, dass sie dafür nicht entsprechend belohnt wurden. Dass die Nummer 98 dennoch in die Top-10 gekommen ist, zeigt, aus welchem Holz das Team und unsere Fahrer geschnitzt sind.“

Hans-Peter Naundorf, Teamchef ROWE RACING: „Natürlich ist ein bisschen Enttäuschung da, weil wir die Leistungsfähigkeit hatten, aber nicht umsetzen konnten. Wir konnten unser Potenzial nicht in vollem Umfang zeigen, dies ist bei so einem Event aber nötig, um am Ende ganz oben zu stehen. Unsere Fahrer haben fehlerfrei, mit viel Ehrgeiz, großer Motivation und außerordentlicher Willensstärke die nicht einfache Aufgabe umgesetzt, die wir ihnen gestellt haben. Ein ganz spezielles Lob und Dankeschön möchte ich an alle Beteiligten in unserem Team richten, an die Mechaniker und Ingenieure von ROWE RACING, aber auch an die Jungs von BMW, die uns nach Kräften unterstützt haben, und nicht zuletzt an unsere erstklassigen Fahrer. Es macht Spaß, mit dieser Truppe zu arbeiten, die in den letzten beiden Jahren sehr gut zusammengewachsen ist.“

Tom Blomqvist, ROWE RACING #98 BMW M6 GT3: „Wir müssen uns nach diesem Rennen, glaube ich, erst einmal schütteln. Denn die Pace war da, um aufs Podium zu kommen. Wir haben uns aus allem herausgehalten, haben keine Strafen kassiert und sind eigentlich gut durch das Rennen gekommen. Es ist schon sehr ärgerlich, dass wir dann einen Defekt hatten, der uns viel Zeit gekostet hat. Ich bin mit meiner Performance zufrieden, und habe meine ersten 24 Stunden von Spa sehr genossen. Ich würde gerne im nächsten Jahr hierher zurückkommen und um den Sieg kämpfen.“

Nick Catsburg, ROWE RACING #98 BMW M6 GT3: „Das Team hat alles richtig gemacht, sowohl strategisch als auch bei der Wahl der Reifen. Ich war mitten in der Nacht auf Slicks im Nassen unterwegs. Eine ungewöhnliche Entscheidung, doch dadurch haben wir viel Zeit gewonnen und am Morgen um Platz eins gekämpft. Leider hatten wir dann ein technisches Problem, wodurch wir einige Runden verloren haben. Das passiert, aber natürlich sind wir enttäuscht.“

© Rowe Racing | Zoom
Bruno Spengler, ROWE RACING #98 BMW M6 GT3: „Das war bis heute Morgen ein echt genialer Kampf. Das Auto ist vor allem in der Nacht und frühmorgens super gelaufen, das Team hat auch mit der Strategie einen Mega-Job gemacht. Dadurch sind wir auch so weit nach vorne gekommen. Ein Podium war heute drin mit unserer Performance. Von Startplatz 42 - wer hätte das gestern schon gedacht? Leider hat sich das Glück dann anders entschieden. Der Dämpferschaden hat uns viel Zeit gekostet. Das ist ein bisschen traurig, weil alle so hart gekämpft haben.“

Alexander Sims, ROWE RACING #99 BMW M6 GT3: „Das Problem, dass wir leider nach dem ersten Boxenstopp hatten, als sich das Rad gelockert hat, erzählt eigentlich die ganze Geschichte dieses Rennens. Ohne das Problem hätten wir sicher an der Spitze und theoretisch auch um den Sieg kämpfen können. In der Nacht waren wir wirklich schnell, wahrscheinlich das schnellste Auto überhaupt. Die ersten paar Runden nach dem Defekt waren schwierig, wenn du realisierst, dass du zehn Minuten verloren hast und das Rennen eigentlich vorbei ist. Aber dann schiebt man die Emotionen beiseite, geht ins Auto und macht seinen Job. Und in der Nacht macht das immer großen Spaß.“

Maxime Martin, ROWE RACING #99 BMW M6 GT3: „Wenn du in der ersten Stunde des Rennens einen Defekt hast und so viele Runden verlierst wie wir, werden die restlichen 23 Stunden ziemlich lange. Aber wir haben nie aufgegeben und versucht, so nahe wie möglich zur Spitze aufzuschließen. Wir waren eines der schnellsten Autos im Feld, und ohne den Defekt hätten wir sicher eine gute Chance gehabt, um den Sieg zu kämpfen. Aber so ist der Rennsport: Mal geht alles gut, mal nicht.“

Philipp Eng, ROWE RACING #99 BMW M6 GT3: „Es ist extrem schade, wenn du als Titelverteidiger in ein 24-Stunden-Rennen gehst und dann so ein früher Schaden kommt. Das hat die Moral ein bisschen gedrückt, aber niemand hat sich etwas anmerken lassen. Die Jungs haben super in der Box gearbeitet, wir auf der Strecke. Ich glaube, dass wir ein sehr schnelles und gut fahrbares Auto hatten. Mit diesem Speed und unserer guten Strategie der Box hätten wir sicher vorne mitmischen können.“


Rowe Racing / ND


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