zur Startseite

Blancpain GT Series: Kein Rennglück für Fabian Schiller auf der britischen Insel

Der Troisdorfer hatte keine Chance auf eine Top-Platzierung

18.05.2017 (Speed-Magazin.de) Ohne ein zählbares Ergebnis musste Fabian Schiller am vergangenen Wochenende die Rückreise aus Großbritannien antreten. Im Rahmen einer „englischen Woche“ war der Troisdorfer in der Blancpain GT Serie zunächst zum zweiten von fünf Sprintrennen in Brands Hatch angetreten und anschließend gleich weiter nach Silverstone gereist, wo nur wenige Tage später ein Langstreckenlauf der beliebten Sportwagenserie auf dem Programm stand. Die starke Leistung des 19-jährigen Rennfahrers auf der Strecke blieb jedoch unbelohnt, denn gleich mehrere Strafen der Sportkommissare warfen den Mercedes-AMG GT3 des Teams HTP Motorsport immer wieder so weit zurück, dass eine Zielankunft in den Punkterängen unmöglich wurde.

Mit einer großen Portion Optimismus war Fabian Schiller am ersten Mai-Wochenende nach Großbritannien gereist, denn sowohl Brands Hatch in der englischen Grafschaft Kent als auch der Grand Prix-Kurs von Silverstone gelten als sehr flüssige Rennstrecken, welche dem Mercedes-Sportwagen liegen sollten. Das bewiesen Schiller und sein Teamkollege Jules Szymkowiak dann auch gleich im ersten freien Training eindrucksvoll, denn mit einer Zeit von nur 1:24,762 Minuten für den 3,703 km langen Kurs fuhr das deutsch-niederländische Duo die zweitschnellste Runde der insgesamt 33 Starter. Auch ihre Leistung im Zeittraining hätte für einen vorderen Startplatz gereicht, doch aufgrund eines Missverständnisses zwischen dem Team und der Rennleitung saßen Schiller und Szymkowiak in der falschen Reihenfolge in ihrem Fahrzeug. Die Strafe dafür war allerdings extrem hart, denn der Mercedes mit der Startnummer 85 wurde bis ganz ans Ende der Startaufstellung zurückversetzt.

Davon ließen sich die jungen Piloten jedoch nicht beirren, zeigten im einstündigen Qualifying-Rennen am Sonntag Mittag eine sensationelle Leistung und fuhren von Rang 31 bis an die 16. Position nach vorne. Das anschließende Hauptrennen über ebenfalls 60 Minuten beendeten Schiller und Szymkowiak sogar auf dem vierten Platz, doch die Freude über die erfolgreiche Aufholjagd währte nur kurz. Wegen Verursachens einer Kollision mit einem Konkurrenten brummte die Rennleitung dem HTP-Mercedes nachträglich 30 Strafsekunden auf, was die beiden auf den 17. Rang zurückwarf und sie außerdem den Sieg im Silver Cup, einer Sonderwertung für Nachwuchspiloten ohne Profistatus, kostete.

Nur fünf Tage später ging es dann auf dem Formel 1-Kurs von Silverstone weiter, doch auch im „Home of British Motor Racing“ setzte sich Fabian Schillers Pechsträhne nahtlos fort. Nach einem nicht optimal verlaufenen Qualifying belegte der Mercedes-AMG GT3, den der amtierende Champion der Renault Sport Trophy sich diesmal mit dem Österreicher Dominik Baumann sowie dem Schweden Edward Sandström teilte, am Ende nur Startplatz 17. Wie schon eine Woche zuvor, kämpfte sich Schiller Position um Position durch das Feld der Konkurrenten und lag beim ersten Pflichtboxenstopp bereits auf Rang elf. Doch dann schlug das Schicksal erbarmungslos zu. Zunächst erhielt das Trio wegen angeblichen „Verlassens der Startposition“ eine Boxengassen-Durchfahrtsstrafe. Weil Schiller diese aber verbotener Weise während einer Safetycar-Phase verbüßte, kassierte der junge Rheinländer direkt noch eine zweite sogenannte „Drive-Through Penalty“. Und weil Sandström zu allem Überfluss zu Beginn seines Stints versehentlich die rote Ampel an der Boxenausfahrt überfuhr, folgte gar noch eine dritte Strafe. So blieb am Ende in dem hochklassigen Teilnehmerfeld von 55 GT3-Fahrzeugen nur der enttäuschende 37. Rang.

„Wenn ich ehrlich bin, dann fehlen mir ein wenig die Worte, um zu beschreiben, was wir hier durchgemacht haben“, musste Fabian Schiller hinterher frustriert zugeben. „Unser Auto lief phantastisch, wir waren zwischenzeitlich die schnellsten Fahrer auf der Strecke und haben trotz der ganzen Strafversetzungen nie aufgegeben. Aber dass wir nach dem Saisonauftakt in Italien, wo wir bereits um eine mögliche Podiumsplatzierung gebracht wurden, jetzt schon wieder so weit zurückgeworfen wurden, ist einfach nur sehr enttäuschend. Ich versuche, das jetzt so schnell wie möglich abzuhaken und Anfang Juni bei den nächsten Sprintrennen im belgischen Zolder endlich wieder in die Punkte zu fahren.“


F. Wagner / Schiller Motorsport


Die Mobile-App von Speed-Magazin.de