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24 Stunden von Spa: Porsche 911 GT3 R lange Zeit auf Podiumskurs

29.07.2018 (Speed-Magazin.de) Über weite Strecken des 24-Stunden-Rennens in Spa lag der beste Porsche 911 GT3 R klar auf Podiumskurs. Doch dann übersah ein mehrfach überrundetes Fahrzeug den Neunelfer (#117) des KÜS Team75 Bernhard und bereitete der starken Vorstellung von Earl Bamber (Neuseeland), Timo Bernhard (Bruchmühlbach-Miesau) und Laurens Vanthoor (Belgien) fünf Stunden und 38 Minuten vor dem Fallen der Zielflagge ein jähes Ende. Der Porsche 911 GT3 R vom Team Manthey-Racing mit der Startnummer 911 wurde in der Nacht aussichtsreich im Rennen liegend durch ein Elektrik-Problem zurückgeworfen. Die Mannschaft mit Romain Dumas (Frankreich), Frédéric Makowiecki (Frankreich) und Dirk Werner (Würzburg) konnte diesen Rückstand nach der erforderlichen Reparatur nicht mehr aufholen und beendete den Langstreckenklassiker auf Platz 29.



BES: 24 Stunden Spa 2018
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Black Swan Racing war in der Nacht mit einer starken Teamleistung in die Spitzengruppe der Pro-Am-Wertung gefahren. Mit ihrem Porsche 911 GT3 R (#540) hatten Tim Pappas (USA), Marc Miller (USA), Jeroen Bleekemolen (Niederlande) und Marc Lieb (Ludwigsburg) bei dem 24-Stunden-Marathon in Spa-Francorchamps das Treppchen fest im Visier. Doch mehrere kleine Schäden warfen das Team immer wieder zurück, und kurz vor dem Ende des Rennens musste Marc Lieb das Fahrzeug endgültig in der Box abstellen. In der Am-Kategorie gehörte der Porsche 911 GT3 R von Herberth Motorsport zu den schnellsten Fahrzeugen. Dann machte ein Defekt an der Antriebswelle die Hoffnung auf den Sieg zunichte. Jürgen Häring, Edward-Lewis Brauner, Wolfgang Triller und Alfred Renauer beendeten den Ardennen-Marathon in ihrem Kundensport-Renner mit der Nummer 991 schließlich als Sechste in der Am-Klasse.

Beim 24-Stunden Rennen von Spa-Francorchamps gingen 221 Fahrer in 63 Autos an den Start. Insgesamt 13 Marken waren bei der 70. Auflage des Ardennen-Marathons vertreten, der als größtes und wichtigstes GT3-Event der Welt gilt.

Stimmen zum Rennen

Earl Bamber (NZ), Laurens Vanthoor (B), Timo Bernhard (D), KÜS Team75 Bernhard
Earl Bamber (NZ), Laurens Vanthoor (B), Timo Bernhard (D), KÜS Team75 Bernhard
© Porsche | Zoom
Dr. Frank-Steffen Walliser (Leiter Motorsport und GT-Fahrzeuge): „Es war ein 
extrem schwieriges Rennwochenende für uns. Unsere Strategie, konstant und fehlerfrei zu fahren, ging beim Team75 Bernhard gut auf. Dann ist das Auto durch einen unverschuldeten Unfall ausgefallen. Der Porsche GT3 R mit der Nummer 911 verlor nach einem Generatorschaden einige Runden und hatte danach keine Chance mehr auf eine vordere Platzierung. Auch die Fahrzeuge in der Pro-Am-Wertung und der Am-Kategorie hatten technische Probleme. Von daher war es nicht unser Wochenende.“

Sebastian Golz (Projektleiter 911 GT3 R): „Unsere Teams haben sich während des gesamten Rennens weitgehend aus allen haarigen Situationen heraushalten können und sind sehr konzentriert und kontrolliert gefahren. Das Team Manthey hatte leider ein elektrisches Problem und nahm nach 15-minütiger Reparaturzeit die Verfolgungsjagd wieder auf. Das KÜS Team75 Bernhard bot eine sehr starke Leistung und konnte sich kontinuierlich nach vorn arbeiten. Alle haben sich an unseren Null-Fehler-Plan gehalten, denn nur so kann man in Spa erfolgreich sein. Leider kam es bei einer Überrundung zu einer unverschuldeten Kollision und der GT3 R mit der Startnummer 117 konnte nicht mehr repariert werden. Es hat sich wieder gezeigt, wie unheimlich hart es in Spa zugeht. Aber wir schauen in die Zukunft und greifen im nächsten Jahr wieder an.“

Earl Bamber (Porsche 911 GT3 R #117): „Wir hatten ein tolles Auto. Alle haben einen fantastischen Job gemacht, die Strategie hat gestimmt, wir wären mindestens in den Top Fünf, wahrscheinlich sogar auf dem Podium gelandet. Es ist ein Jammer, dass uns ein Konkurrent aus dem Rennen genommen hat, der wohl gedacht hat, er kämpft um die Weltmeisterschaft, obwohl er viele Runden zurücklag.“

Black Swan Racing, (540): Timothy Pappas, Jeroen Bleekemolen, Marc Lieb, Marc Miller
Black Swan Racing, (540): Timothy Pappas, Jeroen Bleekemolen, Marc Lieb, Marc Miller
© Porsche | Zoom
Timo Bernhard (Porsche 911 GT3 R #117): „Wir haben uns entschieden, nicht mehr rauszufahren, denn die Reparatur hätte sehr lange gedauert. Am kommenden Wochenende haben wir die Rennen des ADAC GT-Masters auf dem Nürburgring und dieser Serie gilt in diesem Jahr unser Hauptaugenmerk. Da muss das Auto wieder fahren. Es tut mir sehr leid, die Jungs haben alle toll gekämpft. Ich bin sehr stolz auf das Team, wir sind gegen die Großen in der Spitzengruppe gefahren. Ich bin einfach traurig, wenn man die Emotionen in der Box sieht. Aber das macht uns nur stärker. Wir kommen wieder.“

Laurens Vanthoor (Porsche 911 GT3 R #117): „Ich überlege die ganze Zeit, was ich hätte anders machen können. Der Audi-Fahrer lag 15 Runden zurück, ich hatte ihn bereits in der Kurve zuvor überholt. Er ist außen geblieben, wir waren nebeneinander und ich habe ihm Platz gelassen. Plötzlich hat er eingelenkt, als ob ich nicht da wäre, traf mein Vorderrad und drehte sich. Dann kam der Bentley von hinten und hat mein Auto mit voller Wucht getroffen. Es ist sehr ärgerlich, denn wir waren gut im Rennen dabei und auf dem Weg nach ganz vorne.“

Frédéric Makowiecki (Porsche 911 GT3 R #911): „Wir lagen in den ersten sechs Stunden des Rennens immer unter den Top Ten und haben gut gefightet. Dann hatten wir Probleme mit der Elektrik und fielen weit zurück. Schließlich wurde der Unterboden des Autos auch noch beim Überfahren von Unfallteilen beschädigt. Hätten wir ohne diese Defekte durchfahren können, wäre ein Podiumsplatz möglich gewesen.“

Romain Dumas (Porsche 911 GT3 R #911): „Wir haben mit einem besseren Ergebnis gerechnet. Das Niveau in Spa ist aber so hoch, dass man keine Probleme haben darf, wenn man ganz vorne mitfahren will. Wir hatten leider mehrere Schäden und deshalb keine Chance auf einen Spitzenplatz. Im nächsten Jahr versuchen wir es wieder.“

© Porsche | Zoom
Dirk Werner (Porsche 911 GT3 R #911): „Es war ein schwieriges Rennen. Nach dem Schaden konnten wir nicht mehr entscheidend ins Geschehen eingreifen und sind nur dabei gewesen. Wir haben uns viel mehr ausgerechnet, aber im Motorsport kann man nicht alles planen. Wir müssen das Rennen jetzt abhaken und nach vorne schauen. Mir hat es Spaß gemacht, hier in Spa dabei gewesen zu sein und das Team hat einen tollen Job gemacht.“

Marc Lieb (Porsche 911 GT3 R #540): „Wir haben in den ersten zwölf Stunden ein Super-Rennen hingelegt und waren Zweiter in der Pro-Am-Wertung. Danach wurden wir von vielen kleinen Defekten und Reparaturen immer wieder ausgebremst. Zum Schluss hatten wir auch noch Reifenschäden, für die es keine Erklärung gab. Deshalb sind wir aus Sicherheitsgründen vorzeitig aus dem Rennen ausgestiegen, was sehr schade ist. Das Team Black Swan Racing aus den USA hat toll gearbeitet und ist leider nicht für seinen großen Aufwand belohnt worden.“

Alfred Renauer (Porsche 911 GT3 R #991): „Das Wochenende hier in Spa lief eigentlich gut, vor allem im Qualifying waren wir sehr stark. Leider hatten wir im Rennen nach fünf Stunden einen Defekt an der Antriebswelle, der uns rund 60 Minuten gekostet hat. Das war sehr ärgerlich, denn vor und nach diesem Schaden hat das ganze Team fehlerlos gearbeitet. Ohne diese lange Reparaturpause wären wir ganz vorn dabei gewesen.“


Porsche / DW


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